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Von Luftschiffen, U-Booten und Gartenhäusern

Stadt- und Schifffahrtsmuseum Fischhalle Von Luftschiffen, U-Booten und Gartenhäusern

Kieler Stadtgeschichte bekommt in der alten Fischhalle jetzt eine neue Bühne: Da das Stadtmuseum Warleberger Hof in der Wintersaison für Vorträge nicht zur Verfügung steht, öffnet das Haus am Wall 65 dafür jetzt seine Türen.

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Eröffnungsfeier des Freilichtmuseums Molfsee im Juni 1965: Der Vortrag von Dr. Wolfgang Rüther, Direktor des Freilichtmuseums, beleuchtet, wie sich die Kieler Kulturpolitik seit 1950 verändert hat.

Quelle: Stadt- und Schifffahrtsmuseum

Kiel. Museumsdirektorin Dr. Doris Tillmann erklärt: „Aufgrund der hochwertigen und sehr empfindlichen Exponate, die in der Ausstellung über den Maler Friedrich Loos vom 25. Oktober an im Warleberger Hof gezeigt werden, wollen wir mit unseren historischen Vorträgen auf die Fischhalle als neuen Veranstaltungsort ausweichen.“

Die Leihgaben für die Loos-Ausstellung stammten aus renommierten Museen und müssten sorgsam behandelt werden. Tillmann ist gespannt, wie die Besucher den neuen, deutlich maritimeren Veranstaltungsort direkt an der Förde annehmen werden. „Für die Fischhalle spricht neben dem attraktiven Gebäude in jedem Fall, dass unsere Gäste vor und nach den Veranstaltungen die angegliederte Gastronomie besuchen können“, sagt Tillmann.

 Den Auftakt der Vortragsreihe macht Dr. Wolfgang Rüther, Direktor des Freilichtmuseums Molfsee – Landesmuseum für Volkskunde. Er referiert am Dienstag, 13. Oktober, um 19.30 Uhr über das Thema „Die Stadt Kiel und das Schleswig-Holsteinische Freilichtmuseum in Molfsee. Zum Wandel städtischer Kulturpolitik zwischen 1950 und 2015“. Der Eintritt ist frei. Sowohl das Kieler Stadtmuseum wie auch das Freilichtmuseum in Molfsee feiern in diesem Jahr den 50. Jahrestag ihrer Eröffnung. Zum Abschluss der Jubiläumsveranstaltungen beleuchtet Rüther das Verhältnis der Stadt zum Museum: Als in der Mitte der 50er-Jahre um die Gründung eines Freilichtmuseums gerungen wurde, kämpfte Kiel für eine Realisierung und stellte nicht nur Gelände – im Gebiet einer Nachbarkommune liegend, aber im Eigentum der Stadt – zur Verfügung. Kiel verpflichtete sich darüber hinaus, 20 Prozent der Aufbaukosten und später einen Teil der laufenden Kosten zu übernehmen. Doch etwa 50 Jahre später erkaltete das kulturpolitische Interesse der Stadt an einem Freilichtmuseum, dessen Themenschwerpunkt mehr auf die Geschichte des ländlichen Raumes ausgerichtet war und das außerhalb der Stadtgrenzen lag. Dieser Wandel mündete in den vergangenen Jahren im Versuch, die Verpflichtungen gegenüber dem Freilichtmuseum zu minimieren.

 Bis April 2016 bietet das Schifffahrtsmuseum seinen Gästen monatlich einen Vortrag an, sagt Tillmann. „Wir haben bewusst einen bunten Mix aus maritimen und stadtgeschichtlichen Themen ausgewählt, der von Hellmuth von Mücke über den Zeppelin bis zu Friedrich Emil Georg von Warnstedt reicht, um unseren Gästen zu zeigen, wie vielfältig unsere Stadtgeschichte ist.“ So referiert am 5. November Jens Jacobus über den Landungszug des kleinen Kreuzers „SMS Emden“ und die monatelange Odyssee des Landungs-Korps unter dem Kommando von Kapitänleutnant von Mücke, der zu einem der berühmtesten Seeoffiziere des Ersten Weltkriegs wurde. Jacobus ist ehemaliger Leiter des Kieler Hochbauamtes und Nachfahre von Hellmuth von Mücke.

 Unter dem Titel „Zeppelin“ folgt am 3. Dezember eine Lesung des Schriftstellers und Drehbuchautors Alexander Häusser. Das neue Jahr beginnt am 14. Januar mit dem Vortrag „Gartenhaus und Alte Feuerwache – Ausgrabungen am Rande der Kieler Altstadt“ des Archäologen Marc Kühlborn. Am 17. März referiert dann Prof. Detlef Kraack aus Plön zum Thema „Friedrich Emil Georg von Warnstedt (1785-1836) und das Kieler Museum vaterländischer Altertümer“. Zum Abschluss spricht Dr. Jann Martin Witt vom Deutschen Marinebund am 28. April zum Thema „Der U-Boot-Krieg im Ersten Weltkrieg“.

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