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770 Jahre zwischen zwei Buchdeckeln

Stadtgeschichte 770 Jahre zwischen zwei Buchdeckeln

Stadtführer über Kiel gibt es wie Sand am Meer? Von wegen. Wer einen kleinen und kompakten und obendrein noch aktuellen Stadtführer haben möchte, muss lange suchen. Der Verlag Friedrich Pustet aus Regensburg und die Kieler Kunsthistorikerin Manuela Junghölter schließen nun diese Lücke.

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Vom Seehandelsplatz zum Wissenschaftsstandort: Die Kieler Kunsthistorikerin Manuela Junghölter mit ihrem gerade veröffentlichten Buch „Kiel – Kleine Stadtgeschichte“ am Alten Markt.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Am Mittwoch stellten sie das Buch „Kiel – Kleine Stadtgeschichte“ vor. Zwei Jahre lang hat die 55-Jährige an dem 176-Seiten-Werk gearbeitet, das in jede Jackentasche passt. „Ich hatte 770 Jahre Kieler Stadtgeschichte vor mir. Das Schwierigste war dabei die Komprimierung und Reduzierung aufs Wesentliche“, sagt Manuela Junghölter.

Die Landeshauptstadt kennt Junghölter aus dem Effeff. Sie ist nicht nur hier geboren und hat an der Kieler Uni Kunstgeschichte studiert, sondern ist seit 2002 auch als Stadtführerin unterwegs. „Bei meinen Führungen wurde ich oft von den Gästen gefragt, wo sie das alles nachlesen können“, erzählt sie. „Aber es gibt bisher nichts Kompaktes, das man gut mit nach Hause nehmen kann. Das fehlte auch mir.“ Da kam die Anfrage aus Regensburg gerade recht. Der kleine Familienverlag, der sich auf historische Publikationen spezialisiert hat, startete vor 15 Jahren eine Reihe mit kleinen Stadtführern. Im Norden sind Hamburg, Lübeck und Hannover inzwischen dabei. Als 34. Band nun Kiel.

Auch Kurioses findet sich

Art und Umfang sind bei dieser Reihe festgelegt. Manuela Junghölter musste die Seiten „nur“ noch mit Leben füllen. „Das war dann doch zeitaufwendiger als gedacht“, gesteht sie lachend. „Ich habe mit jeder Formulierung gerungen. Zu reden oder etwas zu Papier zu bringen, ist doch ein großer Unterschied.“ Richtig Spaß habe ihr dagegen die Auswahl von kleinen Anekdoten und Hintergrundgeschichten gemacht. „Das Thema Geschichte ist ja eher angestaubt. Und mit diesen kleinen Passagen kann man die Leser gut bei der Stange halten.“ So geht es beispielsweise um Prinz Heinrich, seine Liebe zu gefährlichen Hobbys und die gleichnamige Mütze. Um Kieler Persönlichkeiten wie den Physiker Max Planck. Oder um Kurioses wie das „Goldene Ei“ vom Kieler Rathaus.

Extra aus dem 900 Kilometer entfernten Regensburg reiste Verleger Fritz Pustet an und ist begeistert. Nicht nur vom Buch, sondern auch von den Schiffen in Kiel, die direkt durch die Stadt zu fahren scheinen. „Kiel ist wunderschön“, schwärmt er. Großes Lob für die Autorin kommt auch vom stellvertretenden Stadtpräsidenten Robert Vollborn. „Sie beschreiben die Stadt so, wie sie war und ist. Sie beschönigen nichts. Das macht das Buch zu etwas Besonderem.“ Als er ein Vorabexemplar jetzt während einer Bahnfahrt gelesen habe, hätte er fast verpasst auszusteigen. So gefesselt sei er vom Inhalt gewesen. Mehr kann sich ein Autor eigentlich nicht wünschen.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

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