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Der Bedarf an Möbeln wächst

Stadtmission Der Bedarf an Möbeln wächst

Je mehr die Zahl bedürftiger Menschen wächst, umso froher ist die Kieler Möbelbörse der Stadtmission über gespendete Tische, Stühle und Schränke. Der Bedarf wachse deutlich, erklärte Geschäftsführerin Karin Helmer. Doch nicht jede Spende löst pure Freude aus.

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Sachgebietsleiter Ernst Lemke bittet um möglichst helle Möbel. Es fehlen vor allem Tische, Stühle, schmale Schränke und Kinderbetten.

Quelle: Jan Köhler-Kaeß

Kiel. Das gelte vor allem, seit auch Wohnungen für immer mehr Flüchtlinge hergerichtet werden müssten.

Seit zehn Jahren versorgt die Stadtmission im Auftrag der Stadt Sozialschwache mit der Erstaustattung der Wohnung. Wurden vor zehn Jahren etwa 600 Wohnungen im Jahr eingerichtet, sind es derzeit bereits doppelt so viele. Dazu kommen seit diesem Jahr etwa 250 Wohnungen für Asylbewerber, die das gesamte Mobiliar von der Möbelbörse gestellt bekommen. Vor dem Hintergrund kann Ute Zapatka aus Kiel über eine Absage nur den Kopf schütteln. Ihre Möbel aus Nussholz, die sie dem Haus in der Hasseer Straße 49 schenken wollte, lehnten Mitarbeiter der Mission am Telefon ab, da sie wüssten, dass solche Stücke nicht genommen würden. Ähnliches widerfuhr einer anderen Kielerin, die nach einer Haushaltsauflösung glaubte, ein gutes Werk zu tun, wenn sie den sehr teuren und noch gut erhaltenen Eiche-Schrank stiftet. Doch auch hier hieß es, dunkles Holz gehe nicht.

Überzogene Ansprüche statt Dankbarkeit? Ernst Lemke, Sachgebietsleiter der evangelischen Stadtmission Kiel, bittet um Verständnis: Schwere Möbel seien nichts für die in der Regel kleinen Wohnungen von Hilfeempfängern und gefielen den Leuten, die sich ja wohlfühlen sollten, nicht. „Auch unsere Kunden mit Bezugsscheinen haben das Recht, Möbel auszuwählen“, betont Geschäftsführerin Karin Helmer. Dunkle Holzarten, zeigt die Erfahrung seit etlichen Jahren, treffen den Geschmack gerade der Jüngeren aber nur selten. Das hat zur Folge, dass die Mission im ohnehin schon überfüllten, 1500 Quadratmeter großen Lager auf gewichtigen Schränken aus Eiche, Mahagoni und Nussbaum und damit auf deren Entsorgungskosten sitzen bleibt.

Ob die Abholung der Möbel von den Spendern, die Aufbereitung in der Werkstatt, Reparaturen, das Bemalen oder der Verkauf: All das übernehmen Menschen gegen einen geringen Verdienst, die durch Suchtprobleme, Behinderungen, psychische Erkrankungen oder andere Belastungen selbst auf Hilfe angewiesen sind. 19 Arbeitsgelegenheiten, die dazu beitragen könnten, sich wieder auf dem ersten Arbeitsmarkt zurechtzufinden und den Tag zu strukturieren, erklärt Geschäftsführerin Helmer: „Unsere Kernaufgabe ist ja, zu helfen, wo die Not am größten ist.“ Mittelfristig denkt die Einrichtung daran, auch Flüchtlinge einzustellen. In Kronshagen ist das bereits, wie berichtet, der Fall: Dort bringen vier Asylsuchende im neuen Lager der Gemeinde Möbel auf Vordermann.

Man brauche immer mehr Möbel, erklärt Helmer und hofft, dass die hohe Spendenbereitschaft in Kiel nicht nachlässt. Es fehlten helle, freundliche Möbel, und zwar vor allem kleinere Schränke, Tische, Stühle, Kinderbetten und Lattenroste. Was aber ebenfalls dringend gebraucht werde, seien neben ehrenamtlichen Helfern weitere Lagerräume, appelliert Lemke besonders an Unternehmen, die über viel ungenutzte Fläche verfügen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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