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Es laufen die Besucher weg

Stadtmuseum Kiel Es laufen die Besucher weg

Das Interesse an städtischen Museumsangeboten hat in Kiel deutlich nachgelassen. So weist der Jahresbericht 2015 einen Rückgang von insgesamt 55364 auf 51922 Besucher aus. Darin enthalten sind die Zahlen für Warleberger Hof, Fischhalle, Museumsbrücke sowie das nur zeitweise zugängliche Museumsdepot.

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Anspruchsvoll, aber offenbar keine Publikumsrenner waren 2015 die Ausstellungen im Stadtmuseum Warleberger Hof.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Trotz des Rückgangs hielt sich der Kulturausschuss mit Kritik aber zurück.

Besonders deutlich zeigt sich das nachlassende Interesse am Warleberger Hof. Dort sank die Besucherzahl 2015 im Vergleich zum Vorjahr von 20896 auf 17061. Als Grund dafür nannte Museumsdirektorin Doris Tillmann die große Abhängigkeit der Besucherzahlen vom Sonderausstellungsprogramm. Dies sei 2015 offenbar zwar „hochwertig, aber wenig populär“ gewesen.

Auch Fischhallen-Besucherzahl sank

Schon die Besucherzahl im Jahr 2014 (20896) bedeutete für den Warleberger Hof einen Einbruch, denn 2013 kamen dort noch 25889 Besucher. Doris Tillmann erklärte dies mit dem Verweis auf die 2014 wiedereröffnete Fischhalle, die das Besucherinteresse auf sich gezogen habe. Dies hielt offensichtlich aber nicht lange an. Denn auch bei der Fischhalle sank die Zahl der Besucher 2015 im Vergleich zum Vorjahr von 32471 auf 31661.

Trotz aller Anstrengungen durch Werbung oder „publikumsgerechte Programmgestaltung“ habe laut Jahresbericht die angestrebte Steigerung auf den selbst gesetzten Sollwert von 60000 bis 70000 Besuchern nicht erreicht werden können. Dennoch ist nach Einschätzung von Doris Tillmann selbst ein Wert von mehr als 50000 Besuchern als positiv zu bewerten: Denn diese Marke werde im Bundesdurchschnitt nur von acht Prozent der insgesamt 6400 Museen in Deutschland übertroffen.

Dramatischer Besucherschwund

Wie dramatisch sich der Besucherschwund über einen längeren Zeitraum hinweg in Kiel veränderte, enthüllt die im Jahresbericht aufgeführte Statistik. Danach kamen 1995 noch 146955 Besucher in die drei städtischen Museen (ohne das erst 2008 eingerichtete Museumsdepot). Damals verzeichnete die Fischhalle mit fast 86000 mehr als doppelt so viele Besucher wie der Warleberger Hof (41780).

Bereits fünf Jahre später schrumpfte die Gesamtbesucherzahl deutlich auf fast 98000. Zu einem weiteren Einbruch der Zahlen führte 2005 die Einführung von Eintrittsgeldern. Dadurch sank die Gesamtbesucherzahl noch einmal von 76408 (2004) auf 55559 (2005).

Aus Sicht der Museumsleiterin sind die stark gestiegenen Erwartungen des Museumspublikums einer der Gründe für den aktuellen Rückgang: „Einfach nur ein Haus mit einer Ausstellung zu öffnen, reicht hier längst nicht mehr aus. Die Besucher erwarten auch umfangreiche Rahmenprogramme mit Vorträgen, Führungen oder Veranstaltungen.“ Dies sei aber aufgrund begrenzter Ressourcen nur eingeschränkt leistbar.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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