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Olympia weckt neue Hoffnungen

Stadtregionalbahn Olympia weckt neue Hoffnungen

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hatte im Mai die Pläne für die Stadtregionalbahn gestoppt. Doch ihre Befürworter von SPD, Grünen und SSW fordern jetzt in einem Planungsauftrag an die Verwaltung, eine erste Linie an die ÖPNV-Betriebe Schleswig-Holsteins (Nah.SH) zu vergeben, die spätestens zu Olympia 2024 genutzt werden kann.

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So wie in dieser Fotomontage könnte zu Olympia 2024 eine Stadtbahn durch die Holtenauer Straße rollen.

Quelle: Visualisierung Landeshauptstadt Kiel

Kiel. Zwar sprechen Achim Heinrichs (SPD), Arne Langniß (Grüne) und Marcel Schmidt (SSW) lediglich von einer Stadtbahn. Diese aber soll über die Hein-Schönberg-Trasse von Schönberg über das Kieler Ostufer zum Hauptbahnhof führen. Von dort soll der Schienenverkehr zur Universität, in die Wik, über die Holtenauer Hochbrücke, zum MFG-5-Gelände und nach Schilksee rollen. Ihre Forderung wollen SPD, Grüne und SSW heute im Bauausschuss stellen – ermutigt durch jüngste Bundesbeschlüsse, die ihrer Ansicht nach die Chancen auf mehr Geld für solche Projekte eröffnen.

 Also eine Stadtregionalbahn durch die Hintertür? Nein, widerspricht SPD-Verkehrspolitiker Heinrichs. Man wolle an Hein Schönberg anknüpfen, um die wichtigsten Verkehrsströme in Kiel zu verbinden. Mit dem Auftrag korrigiere das Ratsbündnis das städtische Mobilitätskonzept für Olympia, das keine Schienenverbindung enthalte, so Heinrichs: „Wir wollen ein klares Zeichen setzen, dass, wenn Olympia kommen sollte, wir eine große Chance haben, eine Schienenverbindung zu realisieren.“ Kämpfer hegt zwar große Sympathie für eine Stadtbahn, steht aber dem konkreten Plan skeptisch gegenüber: Kosten, Finanz- und Zeitrahmen oder die Querung des Kanals – all das seien offene Fragen, verweist er auf die notwendige Einbindung in die allgemeine Mobilitätsplanung, die die Stadt demnächst vorlegen will.

 Mit dem „tiefen Griff in die Mottenkiste“ falle das Ratsbündnis Kämpfer in den Rücken, reagierte Stadtregionalbahn-Gegner und CDU-Fraktionschef Stefan Kruber. Er forderte SPD, Grüne und SSW auf, keine Mittel mehr für „absolut unbezahlbare und unrealistische Projekte zu verwenden.“ Kämpfer hatte die Pläne gestoppt mit der Feststellung, dass die Stadtregionalbahn nie die notwendige „kritische Masse der Unterstützung“ erreicht habe. Nach Neumünster war auch der Kreis Rendsburg-Eckernförde aus den Planungen ausgestiegen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Endlich hat einer den Mut, die Notbremse zu ziehen. Spätestens seit dem Ausstieg von Rendsburg-Eckernförde standen die Signale für die Stadtregionalbahn auf Dunkelrot. So kommt die Abkehr des Kieler Oberbürgermeisters Ulf Kämpfer von dem rot-grün-blauen Wunschprojekt alles andere als überraschend.

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