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Hitze für acht Stunden warme Stuben

Gasmotorenkraftwerk Hitze für acht Stunden warme Stuben

Der Zeitplan ist ambitioniert, die Finanzierungsgespräche für das 290-Milllonen-Euro-Projekt laufen. Doch die Stadtwerke Kiel zeigen sich optimistisch: „Der Termin Oktober 2018 für die Fertigstellung des neuen Gasmotorenkraftwerkes steht“, sagte Technikvorstand Jörg Teupen bei einem Ortstermin auf dem Ostufer.

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Stadtwerke-Technikvorstand Jörg Teupen vim "Untergeschoss" des Speichers, das sich noch weiter in die Höhe schraubt. 40 Meter hoch wird hier das Wasser stehen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Dort wird bereits kräftig gebaut. Noch nicht am Kraftwerk, aber am neuen Wärmespeicher. Neben dem neuen Kraftwerk mit seinen vier Schornsteinen (72 Meter) wird der riesige Stahlbau – auch „Thermoskanne“ genannt – zu den optisch prägenden Bauten am Ostufer werden. Im sogenannten Spiralverfahren schraubt sich der Speicher durchschnittlich einen Meter pro Tag gen Himmel. Ein Drittel der Endhöhe von 60 Metern sind bereits erreicht.

„Hier läuft alles nach Plan, wir sind sehr zufrieden“, sagt Felix van de Sandt, technischer Projektleiter der Stadtwerke. Allerdings müssen an diesem stürmischen Nachmittag die Bauarbeiten ruhen, denn es wäre schier unmöglich, die zehn Meter langen, drei Meter hohen und bis zu drei Tonnen schweren Stahlplatten mit dem Kran in Position zu bringen, um sie dann in den bestehenden Stahlmantel einzuziehen und schließlich festschweißen zu können.

Der Speicher soll als Zwischenlager für Wasser dienen

Rund 42000 Kubikmeter Wasser passen in die „Thermoskanne“, das entspricht rund 190000 Badewannen-Füllungen. Nach Inbetriebnahme – rechtzeitig vor der nächsten Heizperiode – wird der Speicher das für die Fernwärme erzeugte heiße Wasser zwischenlagern, wenn es nicht unmittelbar im Netz benötigt wird.

„Die Investition in den Wärmespeicher ist ein weiteres Element für die sichere Fernwärmeversorgung Kiels“, sagt Teupen. Von den 42000 Kubikmetern Fassungsvermögen sind allerdings nur 30000 direkt für die Wärmeversorgung nutzbar. 12000 Kubikmeter lagern in einer Stahlkuppel, um den nötigen Druck aufzubauen, damit das heiße Wasser darunter nicht verdampft. Dennoch: Selbst wenn das Gemeinschaftskraftwerk und die drei Kieler Heizkraftwerke gleichzeitig ausfallen sollten, wäre mit dem 115 Grad heißen Wasser aus dem Speicher die Versorgung der rund 70000 Fernwärmekunden selbst bei klirrender Kälte bis zu acht Stunden lang gesichert.

Anwohner sollen nicht im Blick beeinträchtigt werden

Doch die „Thermoskanne“ hat noch einen großen Vorteil, denn mit ihr können die Stadtwerke auch auf dem Strommarkt Geld verdienen. Denn der im Dezember in Betrieb gegangene Elektroden-Kessel – eine Art großer Tauchsieder – kann mit überschüssigem Strom aus dem Netz Wasser aufheizen, das dann in den Speicher fließt.

Im Sommer soll die „Thermoskanne“ erstmals befüllt werden. Im Anschluss an eine Dichtigkeitsprüfung wird der Behälter isoliert und mit einer Profilblechhülle verkleidet. Als Zierde dürfte ihn dennoch kaum ein Kieler empfinden. Immerhin: Dem Blick aufs Wasser vom Ostufer soll der Stahlkoloss nicht im Wege. Teupen: „Anwohner von höheren Lagen werden auch künftig nur Bäume oder die Förde sehen.“

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Ostufer Kieler Förde
Foto: Neues Wahrzeichen an der Förde: Der Warmwasserspeicher der Stadtwerke hat auf dem Baugelände in Hasselfelde seine endgültige Größe erreicht.

Das Ostufer hat seit ein paar Tagen ein neues Wahrzeichen. Neben dem Marineehrenmal, Werft-Portalkran und dem Gemeinschaftskraftwerk steht dort jetzt ein 60 Meter hoher Wärmespeicher. „Der Bau hat jetzt seine Endhöhe erreicht“, bestätigt Sönke Schuster, Sprecher der Stadtwerke Kiel.

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