27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
150 Jahre im Dienste der Gesundheit

Städtisches Krankenhaus Kiel 150 Jahre im Dienste der Gesundheit

150 Jahre gesundheitliche Fürsorge, darauf blicken die Mitarbeiter des Städtischen Krankenhauses zurück. 1865 wurde es als Einrichtung der gesundheitlichen Fürsorge von der „Gesellschaft der Armenfreunde Kiels“ ins Leben gerufen. Heute ist das Haus ein modernes Gesundheitsunternehmen.

Voriger Artikel
Der Regen verdarb vielen das Geschäft
Nächster Artikel
Große Resonanz auf Vintage Cruise

Krankenschwesterntrachten damals und heute, vorgestellt von Schwesternschülerinnen aus dem städtischen Krankenhaus (von links): Christin Bachert, Merle Marie Jeß, Kathi Tolsdorf und Olga Kiesner.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. Das war auch der Tenor der Laudatoren bei einer Feierstunde. Geschäftsführer Roland Ventzke dankte seinen Mitarbeitern, die maßgeblich daran beteiligt seien, dass das Krankenhaus bei den Bürgern so einen guten Ruf genieße. „Nach den vielen Umbaumaßnahmen, einem vollständigen Generationswechsel im Ärzteteam und mit Beendigung des Mitbenutzungsvertrages mit dem UKSH Ende dieses Jahres sind wir nicht nur baulich gut aufgestellt, sondern bieten als kommunaler Vollversorger in allen Bereichen Spitzenmedizin“, sagte er.

 Auch Oberbürgermeister Ulf Kämpfer lobte, dass die Kieler sich auf „ihr“ Krankenhaus verlassen könnten. Der Grad zwischen der Rationalisierung und dem eigenen Anspruch der Mitarbeiter an eine gute Fürsorge sei schmal. Er dankte den 1700 Beschäftigten dafür, diesen trotzdem an sieben Tage pro die Woche und 24 Stunden am Tag zu gehen. Das Verhältnis zwischen dem Uniklinikum Schleswig-Holstein und dem Städtischen Krankenhaus verglich der Oberbürgermeister mit Geschwistern, die oft streiten und zanken und sich dabei ihrer Verbundenheit nicht bewusst seien, sich aber immer wieder zu Höchstleistungen anspornen würden.

 Der Definition konnte der ärztliche Direktor und Festredner Dr. Markus Kuther nur zustimmen. Er führte die Gäste durch die lange Geschichte des Krankenhauses und plädierte dafür, das Pathos des Heilens wieder mehr in den Mittelpunkt der Medizin zu stellen. Der Patient sei kein Stückgut. Man müsse sich zurückbesinnen darauf, den Menschen als Patienten richtig und im unmittelbaren Kontakt zu begreifen. „Man muss Menschen mögen, wenn man sie heilen möchte, und nie war die Gelegenheit so gut wie heute, denn wir hatten nie eine bessere medizinische Versorgung“, sagte er. Kuther kritisierte die Qualitätsoffensive der Krankenkassen. Die Medizin leide unter den Formularen und der gewollten Messbarkeit der Effektivität im Gesundheitssystem. „Wer viel misst, misst viel Mist!“ sagte er. Anschließend lud er die Gäste auf einen Rundgang durch die Fotoausstellung zum Jubiläum ein.

 Einer der fröhlichsten Gäste dabei war sicherlich Gertrud Koll (87), ehemalige Krankenschwester im Städtischen Krankenhaus. 1949 hat sie ihren Dienst angetreten und ist ihrem Arbeitgeber bis zur Pensionierung treu geblieben. Aus ihren vielen erfüllten Berufsjahren stammen diverse Fotos in der Ausstellung. Eines zeigt ein Schwesternzimmer, und sie war mehr als erstaunt, als neben ihr ein ebenfalls pensionierter Arzt auftauchte, auf eben jenes Bild zeigte und erklärte: „Das kenne ich, da sind wir als junge Ärzte oft hingeschlichen“. Gertrud Koll lächelte und erzählte aus den Jahren, in denen es noch mehr Zeit gab für die Patienten und für persönliche Gespräche. Sie möchte nicht mit den jungen Kolleginnen tauschen, die in historischen Schwesterntrachten durch die Ausstellung bummelten und dem Ganzen so einen lebendigen historischen Anstrich gaben.

 Ab dem 10. August wandert die Jubiläumsausstellung in den Eingangsbereich des Krankenhauses und ist dort für alle Besucher frei zugänglich. Man kann sich die Geschichte des Krankenhauses aber auch mit nach Hause nehmen. Zum Jubiläum haben Dr. Jörg Rathjen und Prof. Fred Brix, ehemaliger Ärztlicher Direktor des Krankenhauses, die Chronik „Das Städtische Krankenhaus Kiel 1865-2015 – Von der Krankenstube zum kommunalen Gesundheitsunternehmen“ erarbeitet. Sie wird nun bereits in einer neu bearbeiteten, zweiten Auflage herausgegeben.

 Jubiläumschronik

 Die Chronik gibt es in der Eingangshalle (Kasse) des Städtischen Krankenhauses Kiel, Chemnitzstraße 33, 24116 Kiel, gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Events in Kiel

Veranstaltungen in Kiel
Aktuelle Termine, News, Infos.

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3