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Zwei Anlaufstellen für Krebspatienten in Kiel

Städtisches Krankenhaus Zwei Anlaufstellen für Krebspatienten in Kiel

In Kiel wird es künftig zwei Klinik-Standorte für Bluterkrankungen, Leukämie, Brust- und Lungenkrebs geben. Nach dem Umzug der Hämatologie/Onkologie vom Städtischen Krankenhaus ins Universitätsklinikum bleibt das Fachgebiet weiterhin am Städtischen als Schwerpunkt, mit Prof. Roland Repp als neuem Chefarzt.

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Prof. Roland Repp, der am 1. Januar seinen Dienst am Städtischen antritt, kennt beide Kieler Kliniken aus der Zeit, als er von 2004 bis 2008 Leitender Oberarzt an der Sektion für Stammzell- und Immuntherapie im Mildred-Scheel-Haus war.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Die Hämatologie/Onkologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, die seit vielen Jahren als Universitätsklinik am Städtischen Krankenhaus angesiedelt war. Kürzlich aber zog ein Teil des ärztlichen Personals mit dem wissenschaftlichen Labor und der Infektionsambulanz auf das Gelände des Universitätsklinikums (wir berichteten). Dass Patienten künftig zwei Standorte zur Verfügung stehen, sei eigentlich für eine Stadt der Größe Kiels völlig normal und biete den Patienten Vorteile, meint Prof. Roland Repp, der am 1. Januar seinen Dienst am Städtischen antritt. Der bisherige stellvertretende Direktor des Krebszentrums in Erlangen kennt beide Kieler Kliniken aus der Zeit, als er von 2004 bis 2008 als Leitender Oberarzt an der Sektion für Stammzell- und Immuntherapie im Mildred-Scheel-Haus arbeitete. Daher habe er gewusst, sagte Repp, dass er am Städtischen Krankenhaus ein professionelles Team von der Pflege bis zur ärztlichen Behandlung auf hohem Niveau vorfinde. Ein weiterer Grund, um wieder nach Kiel zurückzukommen, war der Wunsch der Familie, wieder in den Norden zurückzukehren.

Tumorgefahr liegt bei 50 Prozent

Immer mehr Tumorbehandlungen in einer immer älter werdenden Gesellschaft – damit müssten sich alle Kliniken auseinandersetzen: „Schon heute liegt die Wahrscheinlichkeit für Neugeborene, im Lauf ihres Lebens an einem Tumor zu erkranken, bei 50 Prozent“. Hauptursache dafür ist die steigende Lebenserwartung. Wer erfahre, dass er an Krebs erkrankt sei, erlebe eine tiefsitzende Zäsur in seinem Leben. Repp hat sich daher zur Devise gemacht, dass er die Patienten im Team verschiedener Fach- und Berufsgruppen „fachlich optimal betreuen, aber auch menschlich optimal begleiten will“. Die internistische Onkologie sieht er dabei in einer Lotsenfunktion, um die Behandlungen des einzelnen Patienten in dessen Lebensumfeld einzubetten.

Repp setzt auf kollegiale Zusammenarbeit

Die 80-Betten-Abteilung, die Repp übernimmt, behandelt pro Jahr 3000 Fälle von Krebserkrankungen, die Hälfte davon Leukämie, die andere vor allem Brust- und Darmkrebs. Mit dem Standort am Uni-Klinikum werde es eine kollegiale Zusammenarbeit geben, versichert er: Jeder habe andere Schwerpunkte. Was Repp als überregionalen Schwerpunkt ausbauen will, ist die Immuntherapie: Über eine Infusion werden dem krebskranken Patienten Antikörper gegeben, die die Abwehrkraft ankurbeln sollen. Diese Therapie wurde auch in Kiel bereits zur Rückbildung von Hautkrebs eingesetzt und soll nun helfen, auch andere Tumore zurückzudrängen. Diese Behandlung, erklärt der Chefarzt, zeige bereits in der zweiten Generation kaum Nebenwirkungen. So hofft er am Städtischen Krankenhaus entsprechende Studien in Gang zu setzen und den Zugang zu innovativen Behandlungen zu erweitern. Als einen Bestandteil sieht er dabei, dass der Patient ein „Grundrecht auf eine Tumor-Videokonferenz“ hat, an der jeder Fall von mehreren Fachgebieten aus betrachtet werde und sich niedergelassene Ärzte beteiligen können.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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