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Letzter Saisonhöhepunkt auf den Brettern

Stand Up Paddling in Kiel Letzter Saisonhöhepunkt auf den Brettern

Wer sich bei diesen Temperaturen noch aufs Wasser wagt, muss es wirklich lieben: Die Saison der Stand Up Paddler neigt sich an der Förde dem Ende zu – aber ein Höhepunkt wartet am Dienstagabend noch auf die Anhänger.

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Bei weniger Wind stellt sich jeder Surfer mit dem Paddel auf sein Brett: Lars Unterbäumer ist Stand Up Paddler an der Surfschule Westwind am Falckensteiner Strand in Kiel.

Quelle: Niklas Wieczorek

Kiel. Um 20 Uhr zeigt das Cinemaxx in Kiel die Dokumentation „Standing on Water – The Tides That Shape A Life“ über den Lebensweg des dänischen Weltmeisters im Stand Up Paddling (SUP), Caspar Steinfath. Der schaffte es aus dem kleinen, nordjütländischen Hafenort Klitmøller auf die ganz große Bühne der aufrechten Surfpaddler und kann mittlerweile von seiner Leidenschaft sogar leben.

So wie sich das filmische Portrait, das unter Anwesenheit des Regisseurs Peter Alsted im Kieler Lichtspielhaus gezeigt wird, an der Angst des kleinen Caspar vor Wasser und Wellen abarbeitet, sind die letzten Sonnenstrahlen im Frühherbst an der Kieler Förde für die Jungs der Surfschule Westwind am Falckensteiner Strand in Kiel jedes Jahr wieder eine Qual. Noch scheint die Sonne, das Wasser glitzert und lockt die passionierten Surfer auf die Bretter. Doch das Thermometer zeigt nur noch 16 Grad – ungefähr die Wassertemperatur. „Aber wir hören erst auf, wenn Die Eisschollen auf der Förde treiben“, sagt Surflehrer Lars Unterbäumer schmunzelnd.

Noch einmal wagt sich der Surfcoach am Dienstag auf das kalte Fördewasser. Sein Neoprenanzug sei für die Temperaturen eigentlich längst zu dünn, gibt er zu. Schließlich hat Unterbäumer zusammen mit Chef Volker Schöttke bereits angefangen, die Surfschule und den Bestand winterfest zu machen und einzumotten. Im Winter könne dennoch weitergepaddelt werden, merkt der Chef an. Am 6. Dezember zum Beispiel, Nikolaus. Dann lädt die Schule Westwind zum alljährlichen Winterevent: Wer sich im eigenen winterfesten Anzug auf dem Wasser bewährt, wird nachher mit Glühwein und Gebäck belohnt.

Die Belohnung für Lars Unterbäumer und Volker Schöttke wartet dagegen heute Abend im Cinemaxx. Wenn sie sich gemeinsam „Standing on Water“ anschauen, können sie dabei eine anstrengende Saison Revue passieren und sich vom Lebensweg des Profis Caspar Steinfath inspirieren lassen. „Stand Up Paddling ist die ideale Einstiegsdroge für jeden Brettsport auf dem Wasser“, sagt Unterbäumer, als er aus der kalten Förde steigt. Bis zum Weltmeister muss er es dabei gar nicht bringen, um sich wohl zu fühlen.

Kurzinterview mit "Standing on Water"-Regisseur Peter Alsted

Wie sind Sie überhaupt mit Caspar Steinfath in Kontakt gekommen und was hat Sie dann zu diesem Film inspiriert?

Ich war schon oft dort oben in Klitmöller, weil meine Familie dort ein Haus hat – und ich war immer auch selbst surfen. Und so habe ich Caspar tatsächlich auf dem Wasser getroffen. Trotzdem wollte ich keinen reinen Surf-Film machen, obwohl Klitmöller in den vergangenen Jahren immer beliebter wurde. Stattdessen beschäftigte ich mich mit ihm und seiner Familie, durfte ihn begleiten und sie luden mich dann ein, seine Kindheitsgeschichte kennenzulernen und das Videomaterial anzuschauen und später zu verwenden.

Was macht ihn als Person denn so besonders?

Caspar hat das gemacht, was sonst niemand in Dänemark gemacht hat. Das macht ihn als Person schon einmal interessant. Erst viel später erfuhr ich dann, dass Caspar als Kind Angst vor dem Wasser hatte. Und ich dachte, diese Angst, das ist etwas, das jeder verstehen kann. Und heute inspiriert er so viele Menschen.

War das gerade das Spannende für Sie als Regisseur?

Ja, richtig. Er ist genau diese Person, die jeder Filmemacher einmal im Leben treffen will. Ich wollte keine einfache Sportdokumentation machen, sondern einen Film über Leidenschaft. Es wird erst dann auch für jeden Nicht-Surfer interessant, wenn Sie eine Geschichte daraus machen, wie sich diese Person und die Leidenschaft entwickelt.

Standing on Water - The Tides That Shape A Life, um 20 Uhr im Cinemaxx Kiel (Eintritt ab 9 Euro)

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