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Jawort im Wonnemonat Dezember

Standesamt Kiel Jawort im Wonnemonat Dezember

Der Dezember ein Hochzeitsmonat? Klingt abwegig, ist es aber nicht. Im Gespräch erklärt der Kieler Standesamtsleiter Nils-Helge Reinert, warum den Kielern zwischen Adventskerzen und Silvesterböllern zum Heiraten zumute ist.

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„Mit dem Wetter konnte man zwar nicht rechnen, aber jetzt friert man noch nicht mal im Kleid“, lächelt Antje Bruchmann-Stig, die nach zwölf gemeinsamen Jahren endlich einen Heiratsantrag von ihrem Basti Brüchmann bekommen hat. „Wir sind froh, dass wir im Dezember noch einen Termin bekommen haben“, freut sich die Braut.

Quelle: Sonja Paar

Frage: Herr Reinert, in den letzten Wochen sieht man ungewöhnlich viele Frischvermählte vor dem Kieler Standesamt. Was ist los, sonst heiraten die Menschen doch lieber im Sommer?

 Der Dezember ist tatsächlich ein sehr beliebter Monat. Natürlich sind Mai bis September noch beliebter. Aber jetzt gibt es die meisten Kurzentschlossenen. Wir haben in Kiel 1100 Eheschließungen im Jahr, davon allein 104 seit 1. Dezember.

 Woran liegt das?

 Es hängt wohl mit den vielen Feiertagen und Urlaubs- und Ferienzeit zusammen. Ob die Behauptung zutrifft, dass einige auch heiraten, weil ihnen Steuern für ein ganzes Jahr erstattet werden, vermag ich nicht zu sagen.

  Wie kurzentschlossen können Verliebte denn sein? Heute kennenlernen, morgen heiraten – das gibt es doch nur im Film?

 Nein, das ist tatsächlich möglich. Sie können sich heute bei uns anmelden und morgen heiraten. Es müssen allerdings Termine frei sein, alle Unterlagen vorliegen und die rechtlichen Voraussetzungen für die Ehe erfüllt sein.

 Die wären?

 Grundsätzlich richten sich die Ehevoraussetzungen für jeden Verlobten nach dem Recht des Staates, dem er angehört. Für Deutsche sind das unter anderem Geschlechtsverschiedenheit, Ehemündigkeit und Geschäftsfähigkeit. Zur Anmeldung müssen auf jeden Fall die Ausweise und aktuelle Auszüge aus dem Geburtenregister vorliegen.

 So schön das Trauzimmer im Kieler Standesamt auch ist, wenn jemand lieber bei sich zu Hause heiraten will, ist das möglich?

 Nein. Aber wir trauen ja nicht nur im Standesamt. Vor 20 Jahren waren wir eine der ersten Gemeinden bundesweit, die mit dem Leuchtturm in Holtenau einen weiteren Trauungsort angeboten haben. Seitdem haben wir zehn weitere Locations mit Wasserbezug hinzugenommen. Sie können im Mediendom, auf fünf Schiffen (Segelyacht Encarnacion, Motorschiffe Stadt Kiel und Merkur II, Motorbarkasse Sprott, Raddampfer Freya) heiraten, im Kieler Kaufmann, dem Kieler Yachtclub und dem Hotel Atlantic und neu ab nächstem Jahr auch in der Seebar. Wir haben inzwischen rund 140 Außentrauungen pro Jahr.

  Welcher Ort ist Ihr persönlicher Favorit?

 Das ist immer noch der Leuchtturm. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Gedächtnishalle dort nur Platz für zwölf Personen bietet. Aber die Atmosphäre zwischen Himmel, Meer und Schiffen ist einmalig.

 Will sich ein Paar noch unbedingt in den nächsten beiden Wochen das Jawort geben, können Sie ihm noch einen Termin anbieten?

 Leider nicht – Kiel ist ausgebucht. Aber im nächsten Jahr gibt es ja wieder einen Dezember.

 Interview: Karen Schwenke

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Ein Artikel von
Karen Schwenke
Lokalredaktion Kiel/SH

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