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Schrumpfkur für Kiels Katholiken

Standorte vor dem Aus Schrumpfkur für Kiels Katholiken

Die Großpfarrei Franz von Assisi, die erst Ende 2014 gegründet worden ist, wird ihre Präsenz in und um Kiel deutlich verringern. "Unsere Kirchen, Gemeinde- und Pfarrhäuser können wir im bisherigen Umfang leider nicht mehr halten“, sagt Propst Leo Sunderdiek.

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Müssen weitere katholische Kirchen abgerissen werden, wie hier 2009 in Neumühlen-Dietrichsdorf? Das Schicksal von mehreren Standorten in und um Kiel ist ungewiss.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Sunderdiek weiß, wie sehr die Nachricht viele Gläubige erschüttert. „Da wird es viel Trauer und Enttäuschung geben.“ Begründet wird die Entscheidung mit dem Priestermangel, dem deutlichen Rückgang der Kirchenbesucher sowie der zunehmenden Überalterung der aktiven Gemeinden. Der Kirchenvorstand habe festgestellt, „dass es unserer Pfarrei nicht gelingen wird, alle Gebäude zu unterhalten“. Die Kirchensteuereinnahmen, so Sunderdiek, werden immer mehr zurückgehen.

Nur vier Standorte sind langfristig gesichert

Langfristig sind nach einem Beschluss des Kirchenvorstands, dem ein zweijähriger Diskussionsprozess vorangegangen war, nur noch vier der derzeit elf Standorte in und um Kiel gesichert. Die Pfarrei will sich langfristig auf ihre Zentren rund um St. Birgitta in Mettenhof, St. Heinrich (Blücherplatz), St. Joseph (Ellerbek) und St. Nikolaus (Mitte) konzentrieren. Was aus den Kirchen Dreieinigkeit (Pries), Heiligkreuz (Elmschenhagen), Stella Maris (Heikendorf) und St. Ansgar (Schönberg) sowie dem Gemeindehaus Christi-König (Neumühlen-Dietrichsdorf) wird, ist dagegen noch völlig offen. Eine Sonderrolle nimmt die Liebfrauenkirche am Krusenrotter Weg ein, die im Besitz des Bistums ist.

Bonifatius-Kirche in Kronshagen künftig Urnenaufbewahrungsort?

Laut Sunderdiek wird ab sofort nach „Kooperationspartnern“ gesucht, wobei es einen engen Zeitplan gibt. Bis Ende 2018 müssen die Gespräche beendet sein. Der Prozess soll bis Ende 2023 abgeschlossen sein. „Wir favorisieren eine Zusammenarbeit mit der evangelischen Kirche“, sagt Bernd Einfalt, stellvertretender Kirchenvorstandsvorsitzender. Vorbilder könnten Orte wie Damp und Ahrensbök sein, wo Katholiken und Protestanten bereits gemeinsam Räume nutzen. Relativ konkret sind schon die Pläne für die Bonifatius-Kirche in Kronshagen, die ebenfalls in ihrer bisherigen Form aufgegeben werden soll. Dort wird geprüft, in das Kirchengebäude ein sogenanntes Kolumbarium, also einen Urnenaufbewahrungsort, zu integrieren. Dazu könne ein Trauerzentrum entstehen. „Wir müssen jetzt prüfen, ob Kiel ein Ort ist, wo so ein Angebot angenommen wird“, sagt Sunderdiek.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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