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Starenfamilie nistete in der Wärmedämmung

Schrevenpark Starenfamilie nistete in der Wärmedämmung

Eine Hausfassade am Schrevenpark in Kiel hat sich eine Starenfamilie als Nist- und Wohnplatz ausgesucht. In einem kleinen Loch in einer Hausdämmung zieht sie dort zwei Junge groß.

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Na, wann gibt es endlich etwas zu fressen? Das scheinen sich diese Kleinen zu fragen.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Das kleine Loch in der Hausdämmung, gerade einmal apfelsinengroß, fällt nicht auf. Es liegt im obersten Geschoss auf der Rückseite eines Mehrfamilienhauses am Schrevenpark und ist nur schwer auszumachen. Doch unerwartet zog dort Leben ein. Ein Starenpaar hat diese kleine Höhle als Brutplatz entdeckt und sich dort eingenistet – und hat zwei Junge großgezogen.

Ein halber Mauerstein war irgendwie aus der hofseitigen Hauswand herausgebrochen. Wie das passieren konnte, weiß niemand. Die Nachbarn hatten sich längst an den Anblick gewöhnt. Und als das wohl 100 Jahre alte Gebäude vor kurzem gedämmt wurde, verschwand auch die kleine Lücke im Gemäuer. In hellem Weiß präsentierte sich die Rückwand.

 Doch dann geschah Ungewöhnliches. Exakt an der Stelle, an der einst der Mauerstein fehlte, klaffte eine kleine, kreisrunde Lücke in der Dämmung. Eine Aushöhlung war zu erkennen, das Dämmmaterial musste an der Stelle entfernt worden sein. An zwei weiteren Stellen der Hauswand wurde offensichtlich auch gekratzt, denn dort fehlte die oberste Putzschicht. Auffällig dann wenig später: Einige Stare kurvten sehr dicht an der Hauswand vorbei, landeten auf dem Dach und schienen das Loch zu beäugen. So war es wohl. Denn wenig später verschwanden zwei Stare – die Schnäbel voll mit trockenen Blättern, Halmen oder Wurzeln – in dem Loch. Sie richteten tatsächlich ihren Brutplatz ein.

 Ob es die Vögel waren, die das Dämmmaterial herausgepickt haben, ist nicht bekannt. Dass sie dort brüteten, war aber schnell klar. Aus der Tiefe der Dämmung drang nach einiger Zeit ein schwaches, helles Gewimmer nach außen. Das wurde lauter, und die Alten hatten eine Menge zu tun. Sie flogen Insekten oder auch Regenwürmer hinein und die Hinterlassenschaften der Brut hinaus. Die Schreie wurden lauter, und eines Tages wagten zwei kleine Stare erste zaghafte Blicke nach draußen. Bald wollten sie gar nicht mehr zurück ins Nest, ihre Eltern stopften im Minutentakt die hungrigen Mäuler.

 Eines Morgens herrschte plötzlich Stille. Die Starenfamilie war ausgeflogen. Zurück blieb das kleine Loch in der hellen Hauswand. Vielleicht ziehen dort im nächsten Jahr ja wieder Brutgäste ein.

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