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Kiels neue Marke bleibt umstritten

Startschwierigkeiten Kiels neue Marke bleibt umstritten

Der Streit um das neue Kiel-Logo und den Abschied vom Stadtwappen schlägt weiter Wellen. Auch in der SPD mehren sich die Stimmen, die fordern, dass das Stadtwappen weiterhin die Marke für alle offiziellen Auftritte der Stadt bleibt

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Das Stadtwappen-Logo, das seit 1998 alle städtischen Schreiben als amtlich ausweist, hat künftig weitgehend ausgedient. Kiel setzt auf eine neue Stadtmarke.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. So drängt Kreis-Chef Jürgen Weber darauf, beide Marken zu verbinden, indem Kiel mit neuem, frischen Design als Sailing.City nach außen für sich wirbt, aber dienstlich weiterhin auf das historische Stadtwappen setzt. Über einen Kompromiss, sagt Historiker Weber mit Blick auf die Abstimmung in der Ratssitzung am kommenden Donnerstag, müsse man mit Stadt und Politik noch reden. Das sieht SPD-Ratsherr Benjamin Raschke, der beruflich als Designer arbeitet, ganz anders: Er gehörte der 20-köpfigen Jury aus Vertretern der Stadt, Politik, Hochschulen und Wirtschaft an, die das Logo im Auswahlverfahren mit deutlicher Mehrheit wählte: Es sei sinnvoller, wenn sich Kiel ein einheitliches, modernes Erscheinungsbild verpasse. Das hoheitliche Wappen verschwinde ja nicht völlig.

 Oberbürgermeister Ulf Kämpfer bestätigte, dass das Signet mit schwarzem Boot auf weißem Nesselblatt nicht ganz verschwindet, da es bei besonderen Anlässen weiter verwendet wird. Damit rückt das Wappen aber deutlich in den Hintergrund, was viele Kieler auf die Palme bringt. Werbung habe auf amtlichen Schreiben der Stadt nichts zu suchen, meint etwa Gisela Doormann. Klaus Gorzitze stößt sich zudem an der englischen Bezeichnung. Auch CDU-Kreisvorsitzender Thomas Stritzl hält persönlich nichts davon, mit dem Wappen die „tradierte Linie in Kiel über Parteigrenzen hinweg und damit ein Stück Identifikation aufzugeben.“ CDU-Fraktionschef Stefan Kruber, der als Jury-Mitglied für das neue Logo als „bestes Angebot“ stimmte, erklärte, davon ausgegangen zu sein, dass das Wappen mit dem Logo parallel eingesetzt wird.

 Autos, Briefbögen, Informationsblätter oder Visitenkarten – wo das neue Design von „Kiel.Sailing.City“ als breit angelegte Stadtmarke auftauchen soll, will die Stadt in den nächsten Monaten festlegen und weitere Akteure aus Wirtschaft und Wissenschaft einladen, sie ebenfalls einzusetzen. Kiel werde von der Marke profitieren und seine Stärken besser ’rüberbringen können als bisher, ist Kämpfer überzeugt. Leser Wilm Ihlenfeld gehört zur Minderheit, die sich freuen, vom „altbackenen bisherigen Erscheinungsbild wegzukommen.“ Vielen Gegnern ist zudem die auf fünf Jahre angelegte Einführung der Marke von insgesamt 500000 Euro viel zu teuer. Kämpfer spricht von groben Schätzungen: „Wir werden die Einführung so gestalten, dass viele Materialien zunächst aufgebraucht werden, bevor wir sie mit der neuen Stadtmarke herausbringen.“

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Diskussion um Stadtmarke
Foto: Sie möchten das Kieler Stadtwappen in der jetzigen Form und Verwendung sichern: Die Ortsbeiratsmitglieder Axel Stein (CDU, v. li.), Vorsitzender Timo Dittrich (SPD), Julia Bousboa (Bündnis 90/Die Grünen) und Eberhard Stein (CDU).

Die neue Dachmarke der Stadt sorgte für Diskussionen im Ortsbeirat Schreventeich/Hasseldieksdamm. In einem Antrag wird der Oberbürgermeister gebeten, den Erhalt des Kieler Stadtwappens in der jetzigen Form und Verwendung zu sichern und die Einführung der Stadtmarke nicht weiter zu verfolgen.

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