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Startschuss für das Hörnbad

Kiel Startschuss für das Hörnbad

Gute Nachrichten von der Hörn: Der Bau des Sport- und Freizeitbades beginnt früher als geplant. Die Baufirma hatte freie Kapazitäten und konnte deshalb jetzt schon ihr großes Gerät herbringen – dank des Polizeieinsatzes beim G7-Gipfel in Lübeck. Derzeit wird das Areal vermessen.

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Mit diesem Spezialbohrer werden die 380 Pfähle mit der sogenannten Verdrängungstechnik in den Boden gebracht. Diese Arbeiten sollen bis Mitte Juni dauern. Anschließend sind die Tiefbauarbeiten mit dem Gießen des Fundaments dran. Das neue Sport- und Freizeitbad soll 2017 fertig sein.

Quelle: Frank Peter

Kiel. In den kommenden Tagen beginnen die Arbeiter, 380 Pfähle für die Gründung in die Erde zu bringen. Mitte Juni beginnen die Tiefbauarbeiten mit dem Gießen des Fundaments.

Noch sieht das 1,6 Hektar große Gelände aus wie eine Mondlandschaft. Der Bagger und das Gerät für den Pfahlbau wirken verloren auf der riesigen Fläche hinter der Gablenzbrücke. Die Vermessungstechniker kartieren das Areal und legen fest, an welchen Stellen gebohrt wird. Auch Baucontainer wurden am Rand schon aufgestellt. Weiterer Grund für den früheren Beginn der Arbeiten neben der Verfügbarkeit der Fachfirma: Die Polizei kann in der kommenden Woche keine Schwerlasttransporte begleiten. Dafür stehen wegen des G7-Gipfels in Lübeck schlicht und einfach keine Beamten zur Verfügung.

 „Die Polizei hat keine Anträge für Schwerlasttransport entgegengenommen. Darum wurde das Bohrgerät aus Hamburg früher gebracht und steht jetzt schon zur Verfügung“, erklärte Axel Scheel, er ist der Bad-Projektleiter von der städtischen Immobilienwirtschaft. Es sei schon erstaunlich, dass große Polizeieinsätze solche Auswirkungen auf Bauvorhaben hätten. So ist die Stadt froh, dass ob des polizeilichen Engpasses schon eher gebuddelt wird. Bald soll es losgehen mit der Pfahlgründung.

Arbeit mit der Bohrschnecke

 Besonders viel Lärm und Krach werden diese Arbeiten nicht machen. Denn das große Gerät schraubt eine sogenannte Bohrschnecke 30 Meter in den Boden. In das Loch kommt ein mächtiges Stahlrohr. „Darin ist die Bewährung aus Stahl. Das Rohr wird anschließend mit Beton verfüllt“, erklärte der Projektleiter. Sobald der Beton halbwegs ausgehärtet ist, zieht die Maschine das Stahlrohr wieder heraus. So sollen bis Mitte Juni 380 Pfähle in dieser Verdrängungstechnik ins Erdreich gebracht werden. Dabei kann es allerdings passieren, dass nicht jeder Pfahl an die Stelle kommt, an die er vom Plan her soll. Das liegt dann daran, dass noch alte Gründungsfundamente von dem ehemaligen Schlachthof mit den angeschlossenen Gebäuden für das weiterverarbeitende Gewerbe wie Seifenherstellung, Gerberei und Fettverarbeitung im Boden stecken. Diese alten Pfähle aus dem Erdreich zu buddeln, wäre schlicht zu teuer und hätte den Kostenrahmen gesprengt. Bei punktuellen Überschneidungen ist jetzt geplant, den neuen neben den alten Pfahl zu setzten, um die Statik des Bades nicht zu gefährden. Dazu wurde eine Kollisionsanalyse gefertigt. Ist die Gründung perfekt, beginnen die eigentlichen Tiefbauarbeiten mit dem Fundament.

 Später wird das L-förmige Sport- und Freizeitbad mit einer Kantenlänge von 124 mal 82 Metern sowie einer Schenkeltiefe von 30 Metern angelegt. 2017 soll die Anlage mit Spaßbereich, Sauna und Außenbecken fertig sein. Das Projekt hatte sich durch die politische Diskussion über den Hubboden im 50 Meter langen Sportbecken, der 530.000 Euro kosten soll, verzögert. Er erstreckt sich über acht Bahnen und ist für Menschen mit Behinderungen, Senioren und Aquajogger gedacht. Die Gesamtkosten für den Bau betragen nach Angaben der Stadt 23 Millionen Euro. Davon können neun Millionen Euro aus Mitteln der Städtebauförderung bezuschusst werden. Bund und Land haben bereits 2,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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Ab April 2015 soll der Bau des Sport- und Freizeitbads an der Hörn beginnen. Ursprüngliche Pläne, bereits Ende 2014 loszulegen, hat die Stadt verworfen.

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