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Todeskino muss sich wieder bewerben

Stelle des Dezernenten Todeskino muss sich wieder bewerben

Die Ratsfraktion der Grünen möchte, dass die Stelle des Dezernenten für Stadtentwicklung neu ausgeschrieben wird. Damit muss sich Bürgermeister Peter Todeskino (Grüne), der dieses Amt seit dem Jahr 2005 innehat, um die Position erneut offiziell bewerben.

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Will gerne weitermachen: Peter Todeskino.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Seine laufende Amtszeit endet zum 31. Mai 2017. Die Grünen machen somit diesmal nicht von der Möglichkeit Gebrauch, „ihren“ Dezernenten mit der Ratsmehrheit für weitere sechs Jahre durchzuwinken – ein Weg, den die Ratsfraktion, damals mit den Stimmen der sogenannten Dänenampel, im Jahr 2011 für die zweite Amtszeit Todeskinos noch gewählt hatte.

 „Diese Entscheidung ist nicht mit Kritik an Peter verbunden“, stellte die grüne Ratsfraktionsvorsitzende Lydia Rudow am Donnerstagabend auf der Kreismitgliederversammlung klar. Aber eine 18-jährige Amtszeit ohne reguläres Verfahren „passt nicht zu grünen Grundsätzen“. Gleichzeitig fordern die Grünen Todeskino auf, sich zur Wiederwahl zu stellen. „Denn mit und dank seiner Arbeit und Durchsetzungskraft wurden in vielen Bereichen Entwicklungen begonnen, die wir weiterführen wollen.“ Und der neue grüne Kreischef Johannes Albig lobte: „Das Gesamtpaket Peter Todeskino kann sich sehen lassen.“

 Todeskino, der derzeit nicht in Kiel ist, teilte mit, dass er die „Herausforderung“ annehmen werde. Allerdings zeigt er sich mit dem Verfahren nicht glücklich. „Ich respektiere das, hätte mir persönlich aber eine andere Entscheidung meiner Partei gewünscht.“ Die Stadtentwicklungsprojekte, die er in den vergangenen Jahren angeschoben habe, wolle er jedoch weiter begleiten. „Ich denke besonders an die Entwicklung der Kieler Innenstadt, des MFG-5-Geländes, die vielen Klima- und Umweltschutzprojekte.“

Vorfreude auf Bewerbungen

 Der sozialdemokratische Kooperationspartner äußerte sich auf Nachfrage zur Personalie Todeskino distanziert. „Ich halte die Ausschreibung für richtig“, sagte SPD-Fraktionschef Hans-Friedrich Traulsen. Er freue sich bereits „auf viele interessante Bewerbungen“. Eine Ausschreibung werde nicht „pro forma“ gemacht. CDU-Ratsfraktionschef Stefan Kruber ist erfreut über die Entscheidung. „Wir können nur begrüßen, dass der Bestenauswahl Tür und Tor geöffnet wird.“ Gleichzeitig sei dies aber auch ein „Zeichen mangelnden Vertrauens“ in Todeskino.

 Peter Todeskino ist seit dem Jahr 2005 Stadtrat in Kiel. Seine Partei lobt ihn in einer aktuellen Mitteilung für die „deutlich grüne Handschrift“, die er seitdem in Kiel hinterlassen habe. Allerdings lag er in der Vergangenheit auch immer wieder mit den Parteifreunden über Kreuz: Als er nach der Wahl von Torsten Albig (SPD) zum Ministerpräsidenten 2012 den vakanten Oberbürgermeisterstuhl vorübergehend übernahm, ließ er das Occupy-Camp vor der Förde Sparkasse räumen – sehr zum Verdruss auch vieler Parteifreunde. Nach gescheiterten Verhandlungen mit den Aktivisten über Alternativstandorte sei die Entscheidung richtig gewesen, verteidigte er damals seinen Entschluss. Auch im Streit um die Ansiedlung von Möbel Kraft auf dem ehemaligen Kleingarten-Gelände Prüner Schlag zog er den Zorn vieler Umweltschützer auf sich: Er sei ein Mörder an der Natur, schrie ihn eine verzweifelte Kleingärtnerin im Ratssaal nieder.

 Die größten Irritationen löste der grüne Bürgermeister aber in den eigenen Reihen aus, als er kurz nach der Rücktrittsankündigung von Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke (SPD) im Oktober 2013 eigene Ambitionen auf ihre Nachfolge öffentlich machte. Viel Unterstützung bekam er dafür nicht. Die Grünen stellten sich vielmehr hinter die Kandidatur von Ulf Kämpfer. Todeskino blieb nur die Rückkehr in die zweite Reihe als Stellvertreter.

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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Nein, Kritik am „Peter“ sei nicht der Grund dafür, dass die Partei die Abkürzung über die Ratsversammlung diesmal gar nicht erst versucht. Das kann man den Grünen glauben oder nicht.

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