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Flüchtlinge werden in Schweden registriert

Nach Fahrt mit der Stena Line Flüchtlinge werden in Schweden registriert

Schweden hat die 180 Flüchtlinge, die am Donnerstagabend auf die Stena Line in Kiel gestiegen sind, freundlich in Göteborg empfangen. Sie werden jetzt mit Bussen in die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes gebracht.

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Von Kiel nach Göteborg: Rund 180 Flüchtlinge nahmen am Mittwoch die Fähre nach Schweden.

Quelle: Sven Janssen

Kiel/Göteborg. Rund 180 Flüchtlinge sind nach einer ruhigen Nacht an Bord der Stena Scandinavica um 9.17. Uhr in Göteborg gelandet. Sie wurden von hunderten Göteborgern empfangen. Darunter waren viele Migranten, die auf ihre Verwandten warteten, oder die Neuankömmlinge mit Essen und kleinen Geschenken für die Kinder empfingen.

Am Terminal standen bereits Busse bereit, mit denen die Flüchtlinge jetzt in die Unterkünfte gefahren werden. Dort sollen sie auch registriert werden. #Rexhep Hajirizi vom Schwedischen Migrationsamt betonte aber: „Wir zwingen niemanden, seine Fingerabdrücke zu hinterlassen oder Asyl in Schweden zu beantragen. Es gibt in jeder Gruppe einige, die sich hier mit Essen stärken, kurz ausruhen  und dann weiterreisen, etwa nach Norwegen oder Finnland. Wir versuchen, menschlich zu handeln.“ Hajirizi reagierte damit auf einen Vorfall auf einer Fähre nach Trelleborg: Dort hatten in der Nacht zu Freitag einige Flüchtlinge gedroht, von Bord in die Ostsee zu springen. Zuvor hatte sich das Gerücht verbreitet, sie müssten in Schweden ihre Fingerabdrücke hinterlassen.  Zum Glück sei aber niemand gesprungen. Die Lage habe sich wieder beruhigt, hieß es bei der Polizei. Hier sehen Sie noch ein Video von der Ankunft in Schweden.


Das Land Schleswig-Holstein hatte 50 mittellosen Flüchtlingen die Tickets bezahlt. Die Flüchtlinge waren Tags zuvor in Flensburg gestrandet. Die Polizei rechnet damit, dass sich die Chance zur Weiterreise per Schiff herumspricht und erwartet für Freitag zahlreiche Flüchtlinge in der Landeshauptstadt, die direkt nach Schweden oder Norwegen wollen.

In Kiel wollen Hunderte Flüchtlinge auf die Stena Line. Hier sehen Sie Bilder.

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Mehr Flüchtlinge erreichen Südschweden

Nach der Durchreise durch Dänemark oder Deutschland haben in den vergangenen Tagen mehr Menschen Asyl im südschwedischen Malmö beantragt. Im Durchschnitt registrierte die Ausländerbehörde Migrationsverket seit Dienstag 220 Asylbewerber am Tag, wie ein Sprecher in Malmö sagte. Am vergangenen Wochenende waren es etwas mehr als 70 pro Tag gewesen. Viele Flüchtlinge haben in Schweden bereits Familie oder hoffen auf gute Bedingungen dort. Seit Sonntag hatten mehrere tausend Menschen zunächst versucht, über den Landweg durch Dänemark nach Schweden zu kommen.

Nachdem Dänemark Mitte der Woche zwischenzeitlich den Zugverkehr von und nach Deutschland gestoppt hatte, um die Zahl der Ankömmlinge zu begrenzen, waren viele auf direkte Fähren nach Schweden ausgewichen. Mehr als 300 Flüchtlinge kamen am Freitagmorgen mit Fähren aus Deutschland in Schweden an. Allein 250 von ihnen erreichten Trelleborg in Südschweden mit Schiffen aus Rostock. „Die größte Herausforderung ist, Unterkünfte für alle zu finden. Daran arbeiten wir sehr hart“, sagte ein Sprecher des Migrationsverket in Malmö. Für Freitag wurden in Trelleborg weitere Schiffe erwartet.

Busse brachten die Menschen zu Einrichtungen, in denen sie ihr Asylgesuch einreichen konnten. „Wir können sie aber zu nichts zwingen. Wer nicht mit im Bus fahren will, den lassen wir gehen“, sagte eine Sprecherin des Migrationsverket in Göteborg. Einige der Flüchtlinge wollen durch Schweden weiter nach Norwegen oder Finnland.

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Schwedenkai
Foto: Sie konnten auf eine Weiterreise nach Schweden hoffen: Rund 200 Flüchtlinge am Donnerstag am Terminal der Stena Line.

Die europäische Flüchtlingskrise hat am Donnerstag Kiel erreicht: Mehr als 200 Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und Eritrea kamen im Laufe des Tages an den Schwedenkai und versuchten, nach Skandinavien weiterzureisen. Am Abend fuhren schließlich 180 an Bord einer Stena-Fähre in Richtung Göteborg.

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