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Segen bringen, Segen sein

Sternsinger Segen bringen, Segen sein

Sie wollen Segen bringen und Segen sein: für die notleidenden Kinder in Bolivien, aber auch für Menschen in Seniorenheimen, Hospizen, Kirchengemeinden und Privathäusern. Bei der Probe im Gemeindehaus von St. Bonifatius in Kronshagen bereiteten sich 50 Kinder am Montag auf ihren Einsatz als Sternsinger vor.

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Karola Kröll legt letzte Hand an für den Auftritt der Sternsinger Merle (9), Norwin (7), Daisy (11) und Vanessa (13, von links) aus der Liebfrauengemeinde.

Quelle: Frank Peter

Kiel/Kronshagen. Denn bevor die rund 50 Kinder aus den katholischen Gemeinden St. Nikolaus, Liebfrauen und St. Bonifatius sowie aus der evangelisch-lutherischen Christusgemeinde am Dreikönigstag gemeinsam in königlichen Gewändern von Tür zu Tür ziehen können, müssen sie Lieder üben, Gruppen einteilen und eingekleidet werden.

Immer zu viert treten sie in die kleine, improvisierte Kleiderkammer, in der die ehrenamtlichen Helferinnen Katja Siedler und Karola Kröll den Überblick über bunte Umhänge, Sterne, Kronen und Kappen behalten. Pro Gruppe müssen ein Sternträger und drei Könige eingekleidet werden. Früher griffen die Helfer auf den Fundus der Eltern und der einzelnen Gemeinden zurück, doch seit der Fusion der katholischen Propsteigemeinde St. Nikolaus mit den Gemeinden Liebfrauen und St. Bonifatius gibt es eine gemeinsame Kleiderkammer, in der die Gewänder nach jedem Einsatz gewaschen und gebügelt verwahrt werden. Mit geübtem Auge nimmt Karola Kröll Maß, zieht eines der Gewänder von der Kleiderstange und streift es Norwin (7) über. „Immer noch zu lang!“ Die Suche geht weiter, doch am Ende verlässt jeder Sternsinger zufrieden den Raum. „Das ist ganz wichtig, denn es soll den Kindern ja Spaß machen“, sagt Karola Kröll. „Sonst kommen sie nicht wieder.“

Herausforderung: Kinder motivieren

Schließlich füllt sich der große Saal, in dem die Kinder jetzt ihre Lieder für den 6. Januar üben, nicht von allein. „Ohne persönliche Ansprache und das Engagement der Eltern funktioniert das nicht“, sagt Mathias Siedler, der seit vielen Jahren als Organisator für Liebfrauen dabei ist. In diesem Jahr sei es besonders schwierig gewesen, genug Kinder zusammenzutrommeln. Aber es ist gelungen, wie jedes Jahr. Vom Steppke, der kaum den Stern halten kann, bis zum 14-jährigen Teenager ist alles dabei. Ältere Sternsinger eher nicht: „Irgendwann schlägt die Pubertät zu“, sagt Mathias Siedler, dessen eigene Kinder, 14 und 16 Jahre alt, auch lieber als Helfer im Hintergrund agieren. „Einige Sternsinger haben sich heute erst angemeldet“, sagt Sascha Lohmann, Pastor der Kronshagener Christusgemeinde, lachend. Er kennt seine Schäfchen – und steckt sie schon bei der Begrüßung mit seinem Elan an. „Besser kann man so ein Jahr gar nicht anfangen: Man macht etwas, das Spaß macht, und man macht etwas für andere.“

Die anderen, das sind in diesem Jahr nicht nur die Menschen, die von den Sternsingern den Segen empfangen. Sondern es sind vor allem die notleidenden Kinder in Bolivien, für die die Jungen und Mädchen um Spenden bitten. „Respekt für dich, für mich, für andere – in Bolivien und weltweit“ heißt das diesjährige Motto. Ein Film zeigt den Sternsingern, wie Kinder in dem lateinamerikanischen Land leben. „Es ist wichtig, etwas Gutes zu tun“, findet Vanessa (13) aus der Liebfrauengemeinde. Daisy (11) macht die Aktion besonders viel Spaß, weil sie weiß, „dass sie für andere wichtig ist“. Und Damian (9) aus St. Bonifatius möchte ein Tor für die Armen öffnen: „Wir zeigen, dass wir ihnen helfen.“ Am Dreikönigstag werden sie alle als Kaspar, Melchior und Balthasar verkleidet den lateinischen Segen „20*C+M+B+16“ über die Haustüren schreiben: „Christus segne dieses Haus.“ Pastor Lohmann freut sich schon darauf. „Wenn es erst einmal läuft, ist es wunderschön.“

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Ein Artikel von
Carola Jeschke
Lokalredaktion Kiel/SH

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Bad Bramstedt und Kaltenkirchen
Foto: Als Sternsinger werden Leonie (von links), Jonathan, Alexandra, Veronika, Julia, und Sarah am Sonntag ausziehen. Sie gehören zu den insgesamt 19 Kindern, die sich in Bad Bramstedt und Kaltenkirchen am Sternsingen beteiligen.

„Die Sternsinger kommen!“, heißt es am 3. Januar in der Katholischen Pfarrgemeinde Jesus Guter Hirt. Die Mädchen und Jungen in den Gewändern der Heiligen Drei Könige bringen den Segen zu den Menschen in Bad Bramstedt, Kaltenkirchen und den umliegenden Dörfern und sammeln für Kinder in Not.

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