23 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Selbst Zwergplanet Pluto rückt näher

Sternwarte der Fachhochschule Selbst Zwergplanet Pluto rückt näher

Den Nachthimmel über Kiel können die Studenten der Fachhochschule jetzt noch besser beobachten: Ein neues Spiegelteleskop in der Sternwarte wiurde vom Förderverein Kieler Planetarium finanziert.

Voriger Artikel
Der Vogel fiel erst nach dem 982. Schuss
Nächster Artikel
Ein Klassenraum für alle Fälle

Christian Hempe vom Förderverein Kieler Planetarium gehört zu den ersten, die die Sonne beobachten können. Dabei schauen Judith Hempe, Prof. Thomas Rinder und Hanspeter Reinicke (von links) aus dem Sternwartenteam zu.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Die Besucher der Sternwarte der Fachhochschule Kiel kommen dem Universum einen großen Schritt näher. In der Beobachtungskuppel auf dem Dach des Hochhauses wurde jetzt ein Spiegelteleskop installiert, das das Linsenteleskop ablöst. Dessen „Grauer Star“ hat sich im Laufe von über 20 Jahren stark verschlechtert. Es ist nahezu „blind“ geworden. Das neue Gerät konnte dank der Unterstützung des Fördervereins Kieler Planetarium angeschafft werden.

 Die technischen Mängel des altgedienten Teleskops waren den Mitgliedern des Fördervereins und des Astro-Teams e.V., die die Sternwarte ehrenamtlich betreuen, schon lange ein Dorn im Auge. Und als Thomas Rinder, FH-Professor im Fachbereich Informatik und Elektrotechnik, dann vage die Idee äußerte, das alte durch ein neues Teleskop zu ersetzen, rannte er bei den Vereinsmitgliedern offensichtlich offene Türen ein. In nur drei Tagen wurde im Internet ein Spiegelteleskop ausfindig gemacht, das ursprünglich für eine Sternwarte in Süddeutschland gedacht, letztlich für diese aber doch zu groß war.

 Das war das Glück der Kieler. Mediendom-Direktor Eduard Thomas zeigte sich ebenso angetan von der Idee wie der Förderverein Kieler Planetarium. Der stellte die Finanzierung des Teleskops und der notwendigen technischen Geräte für den Betrieb in der Kuppel in Höhe von 7500 Euro zur Verfügung. „Das ist ein Schätzchen und eine tolle Gelegenheit für Kiel“, freute sich dann auch die Fördervereinsvorsitzende Judith Hempe über die Neuanschaffung. Die Sternwarten-Enthusiasten haben die Zeit im Juni und Juli, in der die Sternwarte geschlossen war, genutzt, um die neuen Geräte einzurichten. Besucher können erstmals am 7. August die Sonne durch das neue Teleskop beobachten. Das Spiegelteleskop der FH-Sternwarte ist eines der größten seiner Art in Schleswig-Holstein. Es handelt sich dabei um ein sogenanntes Ritchey-Chrétien-Cassegrain-Teleskop (kurz RC Teleskop). Diese Bauart ist der modernste und zugleich universellste Teleskoptyp für die Beobachtung mit dem Auge oder einer Kamera. Seine Brennweite misst imposante 3250 Millimeter mit einem Durchmesser des Primärspiegels von 406 Millimetern. Daraus resultiert eine Blendenöffnung von acht.

 Das neue Teleskop kann im Vergleich zu seinem Vorgänger nahezu vier Mal mehr Licht sammeln und ermöglicht bei wesentlich besserem Bildkontrast eine natürliche Farbwahrnehmung der Himmelsobjekte mit dem Auge. So können beispielsweise ausgedehnte Wolkenstrukturen in der Atmosphäre des Jupiters, die feinen Ringstrukturen des Saturn und feinste topografische Details des Mondes betrachtet werden. Galaxien, Sternhaufen, leuchtende kosmische Nebel und Kometen können in ihrer feinen, lichtschwachen Struktur mit dem Auge beobachtet werden. Kleine erdnahe Himmelsobjekte, wie zum Beispiel der Zwergplanet Pluto, können bei optimalen Beobachtungsbedingungen noch erkannt werden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3