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Wenn die Kunst das Herz öffnet

Stiftung Leben mit Krebs Wenn die Kunst das Herz öffnet

Mit der Stiftung Leben mit Krebs bietet die Kunsthalle zu Kiel seit vier Jahren das Programm „Kunst zum Leben“ für Patienten mit bestehender oder überstandener onkologischer Erkrankung an. Bis Juni dreht sich in diesem Jahr vieles auch um die aktuelle Ausstellung „Miriam Kahn – Auf Augenhöhe.“

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Kunsthistorikerin Dr. Nina Jaenisch mit den Teilnehmern von „Kunst zum Leben“ vor einer Installation von Miriam Kahn in der Kunsthalle zu Kiel. Es folgen noch vier weitere Treffen.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Zu sechs Terminen treffen sich die elf Teilnehmer alle zwei Wochen. „Dabei geht es nicht um die Krankheit Krebs, sondern darum, aktuelle Malerei, Fotografie und Videokunst zu erkunden“, erklärt Kunsttherapeutin Dr. Nina Jaenisch. Das bedeutet konkret das sinnliche Erleben von Farbe, Licht und Pinselstrich, das spielerische Hinterfragen, das Gespür fürs Detail zu entdecken, Reflexionen zu Kunst und Zeitgeschehen. All das wird mit einem regen Austausch und durch kunsthistorische Informationen ergänzt. Medizinische Studien haben ergeben, dass neben dem Sport auch die Beschäftigung mit der Kunst bei Patienten mit Krebserkrankung einen wichtigen Entspannungsfaktor darstellen und die krankheitsbedingten Belastungen leichter verarbeitet werden können. „Die Teilnehmer sind sehr sensibel und gehen sehr achtsam miteinander um“, ist ihr aufgefallen. Da die dreistündigen Treffen durchaus intensiv sind, hat sie immer ein Auge darauf, dass Pausen und Zeiten eingehalten werden und sich niemand überfordert.

 Im Blickpunkt jeder Programmeinheit steht die Kunst der 1970er-Jahre bis heute, betrachtet beispielsweise unter den Aspekten Farbspiele, bewegte Bilder, bewegende Bilder, Politik, Macht der Bilder vom Wesen des Menschen, Häusliches und Unheimliches. Gunda Schmitz ist seit vier Jahren bei dem Programm dabei. „Es ist eine andere Form, an Kunst herangeführt zu werden, man erfährt so viele Einzelheiten über die Künstler und geht in die Tiefe. Es ist einfach beglückend“, beschreibt sie. Eine andere Teilnehmerin erzählt, wie die Auseinandersetzung mit der Kunst ihr Herz öffnet und lobt vor allem die Kunsthistorikerin Dr. Nina Jaenisch, wie sie es schafft, aus allem etwas herauszulocken.

 Marie-Elise Kroll reizte bei dem Thema, dass der Ansatz bei der Kunst nicht kreativ, sondern mal theoretisch ist. „Das tut meiner Seele und meinem Kopf gut. Nach solch einem Termin gehe ich ganz beschwingt und beglückt nach Hause, fast schon im Schwebezustand“, schwärmt sie.

 Ein Platz bei den nächsten Terminen am 30. April, 14. und 28. Mai sowie am 11. Juni von 14 bis 17 Uhr ist übrigens noch frei. Wer Interesse hat, kann sich in der Kunsthalle unter Tel. 0431/8805770 melden. Eintritt und Teilnahme sind frei, die Kurse werden von der Stiftung Leben mit Krebs finanziert.

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