16 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Die Vision von Bäckereien ohne Papiertüten

Stoffbeutel für Brötchenkauf Die Vision von Bäckereien ohne Papiertüten

Anja Kromer und Christina Lehmann haben mit ihrem Projekt „Umtüten“ der klassischen Papiertüte beim Brötchenkauf den Kampf angesagt. Ihre stylishen „Broot-Tüüten“ und „Snack-Tüüten“ aus Bio-Nesselstoff stellten sie nun in zwei Bäckereien und einem Café vor.

Voriger Artikel
Gesucht: Eine Großfamilien-Wohnung in Kiel
Nächster Artikel
Kein Zusammenhang zwischen den Einsätzen

Anja Kromer (links) und Christina Lehmann von „Umtüten“ haben den Einweg-Tüten beim Bäcker den Kampf angesagt und halten mit innovativen Stoffbeutel dagegen.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. „Wir kommen zusammen auf rund 4000 Papiertüten in der Woche“, hat Pavel Bolt in seinem Café Knuust und in seiner Bäckerei Knuust in Hasseldieksdamm errechnet. Eine große Menge Müll, die er der Umwelt zuliebe gerne reduzieren würde. Ihm gefiel die Idee der beiden und ist daher beim Non-Profit-Projekt „Umtüten“ dabei.

 „Wir haben das Konzept entwickelt, um mit dem Abfall-Wahnsinn Schluss zu machen“, erklären die Studentinnen. Mit ihrem 2000-Euro-Gewinn aus dem Yooweedoo-Ideenwettbewerb ließen sie Prototypen fertigen und schafften Material für Entwicklung und Marketing an. Am Wochenende stellten sie sich nun mit ihren sogenannten „Umtüten“, die sie von den Elbwerkstätten Hamburg fertigen ließen, den Kunden vor. „Wir kooperieren mit kleinen Backstuben und möchten Lust machen, eine ökologische Alternative zu benutzen. Bei jedem Einkauf ohne Einweg werden Kunden außerdem mit kleinen Geschenken belohnt, allerdings nur solange der Vorrat reicht“, erklärt das Team. Egal ob mit eigener Stofftüte oder mit den neuen „Umtüten“. Die hellen „Broot-Tüüten“ für 1,70 Euro und die blauen „Snack-Tüüten“ mit Innenfolie aus Maisstärke für 2,50 Euro gibt es ab sofort in den beteiligten Bäckereien Knuust und bei „Restez à Kiel – La Boulangerie artisanale“. Die Brottüüt kann gewaschen werden, die Snacktüüt mit einem feuchten Tuch gereinigt werden. Aus hygienischen Gründen werden die Brötchen und Snacks allerdings nicht hinter dem Tresen in die Tüten gefüllt. Die Waren kommen in ein Körbchen, die Kunden packen diese dann selbst ihre Tüten, beschreibt Francesca Lynsche von der Bäckerei Knuust.

 Durch das Projekt hoffen Anja Kromer und Christina Lehmann etwas zur Müllvermeidung beitragen zu können. „Meistens handeln die Leute ja auch unüberlegt“, finden sie. „Da wird auf dem Weg zur Uni oder zur Arbeit etwas beim Bäcker gekauft, und die Papiertüte landet im nächsten Abfalleimer.“ Dieses Unbewusstsein möchten sie gerne verändern: „Im Gegensatz zum bestehenden Image der Brötchentüte ist ihr Kreislauf sehr energieaufwendig und umweltschädlich. Wir haben die Vision, Deutschlands Bäckereien komplett ,einwegtütenfrei’ umzugestalten“, betont das Team.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3