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Giftiger Stoff tief unter der Straße

Stormarnstraße Giftiger Stoff tief unter der Straße

Autofahrer müssen sich auf einer der Haupteinfahrschneisen in die Kieler Innenstadt noch lange in Geduld üben und während des Berufsverkehrs mit Staus rechnen. Die Kanalsanierung der Stormarnstraße wird voraussichtlich noch bis Ende des Jahres andauern. Arbeiter haben im Untergrund Naphthalin entdeckt.

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Engpass Alte Lübecker Chaussee: Die Bauarbeiten an der Einmündung zur Stormarnstraße ziehen sich noch bis Jahresende hin.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Bis dahin steht in der Alten Lübecker Chaussee in beide Richtungen nur eine Spur zur Verfügung. Die Kanalsanierung in der Stormarnstraße hat im April 2015 begonnen und sollte eigentlich in diesem Frühjahr abgeschlossen sein. „Während der Arbeiten wurde am 7. Juli 2015 in Höhe der Kreuzung Lauenburger Straße unerwartet Naphthalin in bis zu vier Metern Tiefe entdeckt, das als gesundheitsschädlich und umweltgefährlich eingestuft wird“, sagte Arne Ivers vom Presseamt der Stadt. In dem Bereich gab es offenbar eine Art Auffangbecken, in dem vor Jahrzehnten vermutlich Teer entsorgt wurde. Die Folge war, dass die Kanalarbeiten unterbrochen werden mussten, bis eine Analyse des kontaminierten Bodens vorlag. Um die Arbeiter vor dem Naphthalin zu schützen, mussten sie mit spezieller Kleidung und unter Atemschutz den gefährlichen Stoff aus dem Boden holen. Unter diesen Umständen war jeweils nur eine kürzere Arbeitszeit möglich. „Zudem wurde ein Schleusenbereich eingerichtet, um sicherzustellen, dass keine belasteten Stoffe an der Kleidung in der Umwelt verbreitet werden“, so Ivers.

 Ein weiterer Grund für die halbseitige Sperrung der Alten Lübecker Chaussee ist, dass hier auch Kanäle verlaufen. Die Erdarbeiten seien in diesem Kreuzungsbereich besonders anspruchsvoll, weil an der Stelle Gas-, Wasserhochdruckleitungen und Fernwärme zusammenkämen, so Ivers: „Wegen der beengten Situation sind die Arbeiten nicht einfach.“ Um schneller fertig zu werden, wurde die Baugrube mit Spundbohlen gesichert. Die bleiben nach dem Abschluss im Boden, denn bei einem Ziehen dieser Teile könnten Hohlräume durch anhaftenden Boden entstehen.

 Auch wenn die Baustelle auf die andere Seite der Alten Lübecker Chaussee wechselt, bleibt für den Verkehr nur eine Spur frei. Wie bereits jetzt, regelt eine Ampel den Verkehr. Auch nach dem Wechsel auf die westliche Seite wird es nicht möglich sein, in die Stormarnstraße abzubiegen, weil das nach Angaben der Stadt mit der Behelfsampel nicht möglich ist. Wer also in das Gewerbegebiet möchte, muss die Zufahrt zwischen den Häusern 23 und 23a nutzen. Im September soll das letzte Stück der Stormarnstraße asphaltiert werden. „Das wird unter Vollsperrung an einem Sonntag passieren“, sagte Ivers. Bis zum Ende des Jahres werden die Gehwege erstellt. Gegen Weihnachten, davon geht die Stadt jetzt aus, ist alles fertig, dann kann auch die Sperrung der Alten Lübecker Chaussee aufgehoben werden. Durch die zusätzlichen Arbeiten werden die Baukosten von 3,22 Millionen auf knapp fünf Millionen Euro steigen.

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Ein Artikel von
Günter Schellhase
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