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Genaue Daten für jede Straße in Kiel

Strahlenmessung Genaue Daten für jede Straße in Kiel

Wie intensiv strahlen die Mobilfunkmasten? Zwei Studenten fuhren am 3. August diesen Jahres sechs Stunden lang mit ihrem Messmobil kreuz und quer durch Kiel und das nähere Umland. Dann hatten sie alle wichtigen Daten im Kasten. Das Ergebnis: Kiel ist lebenswert.

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Experte in Strahlen: Prof. Matthias Hampe misst deutschlandweit die Stärke von Funkwellen.

Quelle: Ostfalia-Hochschule Wolfenbüttel

Kiel. Insbesondere, wenn man die Strahlenintensität der Funkwellen betrachtet. Im Internet kann man sich jetzt kostenlos die Ergebnisse Straße für Straße anschauen.

„50 Tage – 50 Städte“ hatte sich Prof. Matthias Hampe von der Ostfalia-Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel im März diesen Jahres vorgenommen. Und auch fast geschafft. „Ich wollte aussagekräftige Daten für jede einzelne Straße bekommen“, sagt der 38-jährige Wissenschaftler. „Bisher hat die Netzagentur als Aufsichtsbehörde nur mit großen Geräten an festen Punkten gemessen. 100 Meter weiter kann es da aber schon ganz anders aussehen.“ Neuartige Messgeräte machen es inzwischen möglich, Werte im Sekundentakt aufzuzeichnen. Kurzerhand rüstete Mattias Hampe seinen zwölf Jahre alten Privatwagen und ein weiteres Auto um. In eine Dachbox kamen die Sensoren, in den Kofferraum die Auswertungsgeräte – rund 50000 Euro kostete die Technik. Masterstudent Sönke Heeren programmierte das Ganze und fügte noch einen GPS-Sender hinzu. So wurden nach und nach die Straßen Deutschlands abgefahren. Jede Landeshauptstadt ist dabei, aber auch kleinere Orte, wie Großburgwedel. „Dort bin ich aufgewachsen“, erklärt Matthias Hampe schmunzelnd.

Kiel hält alle Grenzwerte ein

„Nach den bisher festgestellten Werten werden die Grenzwerte überall in Kiel eingehalten“, sagt der Wissenschaftler. Die Feldstärke-Werte in Kiel seien gering. Insgesamt rund 250 Sendemasten sind im Stadtgebiet aufgestellt. Erhöhte Werte gebe es lediglich in Gaarden am Theodor-Heuss-Ring zwischen der Dietrichstraße und dem Ostring sowie in Russee in der Rendsburger Landstraße Höhe Redderkamp – allein hier stehen geballt drei Anlagen. Auch in der Eckernförder Straße ab Kopperpahler Allee stadtauswärts, auf der Preetzer Chaussee zwischen Haselkamp und Dornbusch sowie in Wellingdorf auf dem Wehdenweg zwischen Neumühlener Straße und Benzstraße gingen die Werte in den leicht roten Bereich. „Trotzdem werden auch dort die Grenzwerte eingehalten“, sagt Matthias Hampe, der privat oft in Kiel Urlaub macht. Meist zieht es ihn dann mit dem Segelboot aufs Wasser.

Resonanz ist sehr groß

„Durch die Messungen haben sich eine Menge Leute gemeldet“, freut sich Matthias Hampe. „Viele fühlen sich nun sicherer, wenige planen einen Umzug und konnten auf unseren Karten sehen, wo sie eine Straße mit geringer Belastung finden.“ Er selbst sei nicht hypersensibel, was elektromagnetische Strahlen betrifft, benutze aber bewusst selten das Handy. „Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern von Mobilfunk sind ziemlich verhärtet. Ich will aber nicht Partei ergreifen, sondern nur einfach sachlich Fakten liefern.“ Insgesamt 100 Städte möchte er im kommenden Jahr erfasst haben. Der Forscher ist sich sicher: „Das ist ein wichtiges Thema für die Zukunft.“

Die Karten mit den Feldstärken-Ergebnissen in Kiel finden Sie hier, zu den Standorten der Mobilfunksendemasten gelangen Sie hier.

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Ein Artikel von
Kristiane Backheuer
Lokalredaktion Kiel/SH

Kieler Förde

Schiffspositionen in
der Kieler Förde, dem
NOK und der Ostsee.

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