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Stadt baut in Eigenregie

Strandstraße Stadt baut in Eigenregie

Der Streit um den Ausbau der Strandstraße schwelt schon lange. Jetzt scheint zumindest eine Teillösung in Sicht: Die Stadt plant jetzt, den Ausbau in eigener Regie voranzutreiben – an Stelle der ins Trudeln geratenen Bauträgerin.

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Strandstraße, Kiel-Holtenau: Die Häuser sind lange fertig, die Strandstraße noch ein Flickenteppich.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Dem Finanzausschuss am nächsten Dienstag, 10. Mai, liegt der Antrag des Baudezernats auf die überplanmäßige Auszahlung einer Summe in Höhe von 620 000 Euro vor. Unklar ist jedoch noch, ob und wie viel die Anwohner an Beiträgen aus eigener Tasche beisteuern müssen.

Seit mehr als drei Jahren warten die Bewohner der Wohnanlage Fördeterrassen vergeblich auf den Ausbau ihrer Straße und damit auf den Anschluss an das öffentliche Straßen- und Wegenetz. In den vergangenen Monaten machten sie ihrem Ärger bei Ortsbeiratssitzungen immer wieder Luft. Ihr Vorwurf: Die Stadt und die Imetas Beteiligungen GmbH schieben sich die Zuständigkeit hin- und her. Die Strandstraße liegt auf privatem Gelände, ist aber öffentlich gewidmet, damit die Bürger Zugang zum Gelände des früheren Marinefliegergeschwaders 5 (MFG) haben.

Straße in einem schlechten Zustand

Die Imetas hatte sich eigentlich vertraglich verpflichtet, die Straße herzurichten, doch sie werde, heißt es jetzt in der Begründung für den Finanzausschuss, „in absehbarer Zeit“ nicht damit beginnen. Daher nutze die Stadt ihr Recht aus der Zusatzvereinbarung mit der Bauträgerin, die Maßnahme selbst fertigzustellen. Denn eine zeitnahe Herstellung des betroffenen Abschnittes sei „straßenbautechnisch dringend erforderlich“, nicht nur im Interesse der Anwohner, sondern auch für die weitere Entwicklung des MFG-5-Geländes.

Die Maßnahme, die insgesamt 700 000 Euro kosten soll, selbst auszuschreiben und in den Nachtragshaushalt zu stellen, würde laut Bürgermeister Peter Todeskino erheblich mehr Geld und Zeit kosten. Der Finanzierungsvorschlag sieht daher folgendermaßen aus: 80 000 Euro sind bereits in diesem Jahr für die Verbreiterung der Fahrbahnbreite von 5,5 Meter auf 6,5 Meter veranschlagt. Die fehlenden 620 000 Euro sollen nach Empfehlung der Stadt durch eine Zahlung von Fördermitteln für die Gablenzbrücke gedeckt werden.

„Ich finde das in Ordnung, dass die Stadt einspringt“, erklärte der Vorsitzende des Ortsbeirats, Herbert Kulbarsch (CDU), auch mit Hinweis auf die Sicherheitslage: „Die Straße ist in einem schlechten Zustand, hat viele Schlaglöcher und keine Beleuchtung.“ Mit ihrer Kritik hätten die Bürger in Teilen Recht. Der springende Punkt ist jetzt aber, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe danach die Eigentümer der Wohnanlage „Fördeterrassen“ zu finanziellen Beiträgen herangezogen werden müssen.

Ärger vorprogrammiert

Damit wäre weiterer Ärger programmiert. Denn, wie berichtet, hatte nicht nur Gisela Mohr, Anwohnerin und Beirätin der Wohnanlage, in einer Ortsbeiratssitzung betont, dass die Erschließungskosten Bestandteil des Kaufpreises gewesen waren. „Wir sind verpflichtet, Beiträge zu erheben“, stellte Peter Todeskino fest, was so manchen auf die Barrikaden trieb, weil er sich arglistig getäuscht sah. Öffentliche Erschließungsmaßnahmen, teilte die Stadt mit, ziehen grundsätzlich Beitragspflichten von Anliegerinnen und Anlieger nach sich. Die Verwaltung sei jetzt dabei, den Sachverhalt zu prüfen.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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