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Ein Turnier, das den Weg ebnet

Straßenfußballmeisterschaften Ein Turnier, das den Weg ebnet

Auf und um den Betonplatz neben der Coventryhalle in Gaarden blieb man am Freitag und Sonnabend unter sich. 16 Mannschaften aus dem gesamten Bundesgebiet waren hier angetreten, um die diesjährige Deutsche Meisterschaft im Straßenfußball auszutragen

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Toooor!!! 16 Teams aus ganz Deutschland spielten am Freitag und Sonnabend in Kiel-Gaarden um die Deutsche Meisterschaft im Straßenfußball.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Ein Turnier, dessen Organisatoren auch und vor allem den Anspruch haben, gestrauchelten oder ausgegrenzten Menschen einen Weg zu ebnen: ehemaligen Drogenabhängigen, ehemaligen Wohnungslosen, Straßenzeitungsverkäufern und Asylbewerbern.Dahinter steht der Verein „Anstoß! Die Bundesvereinigung für Soziale Integration durch Sport“, eine Initiative von sozialen Einrichtungen.

 Die Kieler waren in diesem Jahr stark vertreten: Das Straßenmagazin Hempels hatte wieder ein Team aufgestellt, erstmals spielte die Flüchtlingsunterkunft in Elmschenhagen mit, und der Drogenhilfeverein Odyssee war mit „Hannibals Erben“ dabei, die bereits viermal Deutscher Meister geworden sind – zuletzt im Vorjahr (wir berichteten) und zuerst 2006, bei der ersten Deutschen Meisterschaft. Diese wurde auf dem Platz der Matrosen vor dem Bahnhof in Kiel ausgetragen.

 Doch dieses Jahr sind „Hannibals Erben“ schlecht ins Turnier gekommen, zwei Niederlagen gleich in den ersten beiden Partien am Freitag, dann ein paar gewonnene Spiele, Sonnabend wieder zwei Niederlagen – eine im Lokalderby gegen Hempels, die am Ende auf Platz 10 landeten und damit einen Platz vor Hannibals Erben. Die „Refugees Elmschenhagen“ wurden Fünfte.

 Doch schon bei der Siegerehrung war die Enttäuschung verflogen: Die Kieler jubelten mit den Siegern von Jugend hilft Jugend Hamburg, freuten sich mit den Zweit- und Drittplatzierten aus Bensheim und Wiesbaden und mit den Berlinern, die zur fairsten Mannschaft des Turniers gekürt wurden. Und immerhin: In der City-Cup-Wertung wurden Hempels Zweite und Hannibals Erben Dritte. „Hat Spaß gemacht“, sagte Hannibals-Erben-Kapitän Jannik (Name von der Redaktion geändert) kurz und grinste dabei.

 Überraschend war die Nominierung des Torhüters für die Nationalmannschaft. Eigentlich war kein Kieler für 2017 vorgesehen. „Doch an Johannes kam ich nicht vorbei, da muss ich blind sein, wenn ich den nicht mitnehme“, sagte Bundestrainer Jiri Pacourek. Johannes Albert, 32 Jahre alt, aus Hessen stammender gebürtiger Brasilianer, wird beim Odyssee e.V. betreut und ist bei „Hannibals Erben“ in letzter Minute für den verletzten Stammtorhüter nachgerückt. Im kommenden Sommer wird er beim Homeless World Cup im Tor der Deutschen Mannschaft stehen – in Oslo auf dem Rathausplatz. Erwartet werden mehr als 50 Teams aus der ganzen Welt.

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