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Grünes Licht für das „Grüne Auge“?

Streetball-Platz Grünes Licht für das „Grüne Auge“?

Nach dem Spiel ist bekanntlich vor dem Spiel. Wenn sich in diesen Tagen die ersten Vorboten der Freiluftsaison zeigen, werden sich viele Bewohner des Wasserturms am Ravensberg zugleich an die vergangene erinnern. Mit ihr verbunden war der rege Betrieb des in seinem Schatten gelegenen Streetball-Platzes.

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Der mit dem Streetball-Korb verbundene Lärmpegel am Wasserturm sorgt bei Anwohnern für Kritik.

Quelle: Oliver Stenzel

Kiel. Mit ihr verbunden war der rege Betrieb des in seinem Schatten gelegenen Streetball-Platzes. Nicht nur die unvermeidlichen Ballgeräusche empfand dabei mancher als Misston. Auch der sie oft flankierende Soundtrack aus dem Ghettoblaster der Spieler trug zur Schwächung des Nervenkostüms bei, zumal die ab 20 Uhr bestehende amtliche Sportruhe nicht immer eingehalten wurde. Schon auf der Januar-Sitzung des Ortsbeirates war der Streetball-Platz daher Thema. Allerdings machte Sabine Naumann vom Bürger- und Ordnungsamt der Stadt Kiel dabei deutlich, dass dieser nun einmal über die älteren Rechte verfüge. Lediglich bei der Kontrolle der Nutzungszeiten könne die Stadt helfen.

 Der von Anwohnerseite geäußerte Vorschlag, der Platz könnte doch auf das Universitätsgelände verlagert werden, stieß bei den Ortsbeirats-Mitgliedern auf wenig Gegenliebe. Schließlich würde es sich dann nicht mehr um eine wohnortnahe Fläche handeln. Die Idee hingegen, in der Angelegenheit einmal beim benachbarten Wissenschaftspark anzufragen, unterbreitete Ortsbeirats-Vorsitzender Dieter Hartwig mittlerweile sogar Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer mit der Bitte um entsprechendes Engagement. Die Rathaus-Reaktion steht noch aus.

 Allerdings macht sich derzeit auch das Grünflächenamt der Stadt Gedanken um eine Umgestaltung des Areals am Wasserturm, die unter Einbezug der Bürger erfolgen soll. Sollten diese dabei in Richtung Naherholung plädieren, könnte bei der Verwandlung der Flächen sogar eine historische Idee wiederauferstehen. Der Stadtplaner Joseph Stübben entwarf den Wasserturm 1896 eingebettet in eine Parkanlage mit geschlungenen Wegen. Auf diese Weise entstand ein „Grünes Auge“ um den bewusst an mittelalterliche Befestigungs-, Stadt- und Burgtürme erinnernden Turm. Im Jahr 1927 folgte mit dem Bau der bis heute bestehenden Tennisanlage der erste große Eingriff in diesen Park, dessen ursprüngliche Konzeption sich heute nur noch Eingeweihten offenbart. Die Frage, ob das „Grüne Auge“ in Zukunft wieder deutlicher zu sehen sein soll, wird voraussichtlich bei der Ortsbeirats-Sitzung im April erstmals diskutiert werden.

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