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Bürger ärgern sich über volle Tonnen

Streik in Kiel Bürger ärgern sich über volle Tonnen

In zahlreichen Straßen in Kiel kam vergangenen Donnerstag und am Dienstag keine Müllabfuhr. Weil sich viele Mitarbeiter des Abfallwirtschaftsbetriebs Kiel (ABK) an den Streiks beteiligen, wurde unter anderem in Hassee, Suchsdorf, Elmschenhagen, Mettenhof und am Südfriedhof der Abfall nicht abgeholt.

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Wohin nur mit dem Abfall? Auch bei Anne und Peter Lensch in Hassee wurde aufgrund des Streiks der Müll nicht abgeholt.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Die Leerung fällt ersatzlos aus“, sagt ein Sprecher der Stadt.

 Bei Anne und Peter Lensch in Hassee wäre der Restmüll normalerweise am Donnerstag geleert worden. „Es kam aber niemand“, sagt Anne Lensch. „Die Tonne quillt schon über.“ Durch einen Anruf beim ABK erfuhr das Paar, dass ihr Abfall auch nicht morgen oder übermorgen abgeholt wird, sondern erst in zehn Tagen zur nächsten regulären Leerung. „Wir müssen den Müll jetzt sammeln und in Säcken in der Garage lagern, damit wir kein Ungeziefer anziehen“, sagt Peter Lensch. Bei einem Zwei-Personen-Haushalt wie ihrem sei die Müllmenge zwar nicht so problematisch. „Hier wohnen aber auch Familien mit mehreren Kindern, manche haben die Tonne voll mit Windeln“, sagt Anne Lensch. Für den Streik hat sie Verständnis, nicht aber für die Reaktion des ABK. „Warum kann die Route denn nicht nachgeholt werden?“ Vom Abfallwirtschaftsbetrieb heißt es, dafür fehle das Personal. Es könnten keine Überstunden gemacht werden, um die beiden Streiktage aufzufangen.

 „Der zusätzliche Müll, der sich durch die Streiks angesammelt hat, kann am nächsten Leerungstag neben die Tonnen an den Straßenrand gestellt werden“, sagt Rolf Eichholz vom ABK. Er rät, denn Abfall in großen, reißfesten Säcken aufzubewahren, die sich gut verschließen lassen. Es müssen aber keine speziellen Säcke beim ABK gekauft werden, auch normale Plastiktüten reichen.

 Günther Großmann ist ebenfalls verärgert, seine Straße hat es gleich dreifach getroffen: „Bei mir wäre die blaue, braune und schwarze Tonne geleert worden.“ Der Elmschenhagener brachte seinen Abfall kurzerhand selbst zum Wertstoffhof. „Aber wenn man kein Auto hat und das nicht machen kann, muss man den Müll ja zwei Wochen in der Wohnung aufbewahren. Das kann doch nicht wahr sein.“ Er habe sich schon bei Verdi beschwert, weil der Arbeitskampf auf dem Rücken der Bürger ausgetragen werde.

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Ein Artikel von
Anne Holbach
Wirtschaftsredaktion

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