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Schwierige Suche nach einer Bleibe

Studenten in Kiel Schwierige Suche nach einer Bleibe

Alle Jahre wieder mehren sich die Klagen über studentische Wohnungsnot vor dem Wintersemester, später nimmt der Druck ab. Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer (SPD) spricht jedoch mit Blick auf die Unterbringung von Flüchtlingen und dem doppelten Abitur-Jahrgang von einer angespannten Lage.

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Viele Angebote hängen nicht am Wohnungsmarkt-Brett vor der Mensa I der Kieler Uni, an der etwa 25 000 Menschen studieren. Regelmäßig kurz vor dem Start des Wintersemesters beginnt die schwierige Suche nach Wohnungen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Fischer betont die Notwendigkeit gegenzusteuern. Er kündigt einen „Dialog Studieren und Wohnen“ ab Februar 2016 mit den Hochschulstädten Kiel, Lübeck, Flensburg und Heide an.

Als das Wintersemester begann, schlug nicht nur der Allgemeine Studierenden-Ausschuss der Kieler Uni Alarm: Es werde immer schwieriger, günstige Wohnungen zu finden. Erschwerend kommt in Schleswig-Holstein hinzu, dass die Versorgungsquote öffentlich geförderter Wohnheimplätze mit derzeit sechs Prozent im bundesweiten Vergleich viel zu niedrig ausfällt: Nach der letzten Erhebung Ende 2014 kamen auf etwa 56221 Studierende lediglich rund 3000 Heimplätze. Doch die Studierenden-Zahlen klettern weiter nach oben. Mittlerweile sind sie laut statistischem Bundesamt auf mehr als 57000 gestiegen.

Schon 2016 könnte es losgehen

Nach einem Fachgespräch mit Studentenwerk, Landesastenkonferenz und Hochschul-Kanzler setzt Staatssekretär Fischer darauf, künftig die Städte, hochschulnahen Stiftungen und privaten Partner stärker ins Boot zu holen, um mehr studentischen Wohnraum zu schaffen. Das Land unterstützt die Sanierung und den Neubau von Wohnheimen, etwa durch die Bereitstellung von Grundstücken und Schaffung der notwendigen Infrastruktur: Nach Angaben des Sozialministeriums gab das Land etwa 3,3 Millionen Euro seit 2013 an Mitteln dafür aus, wovon meist das Studentenwerk profitiert. In Kiel ist der Neubau eines Wohnheims am Professorenparkplatz mit etwa 160 Plätzen geplant. Nach einer europaweiten Ausschreibung haben sich bisher vier Investoren beworben. Wenn feststeht, wer den Zuschlag erhält, könnte es, so Fischer, mit dem Bau bereits 2016 losgehen. In Flensburg hat der Neubau eines Wohnheimes auf dem Campus (113 Plätze) begonnen. Die Fertigstellung ist für 2017 geplant.

Fischer will die Hochschulstandorte bereisen

Nicht nur die Unterbringung von Flüchtlingen, sondern auch das Verhalten von Studierenden selbst erschwert die Suche nach günstigem Wohnraum. Studierende ziehen in Wohngemeinschaften, um sich gefragte Wohnungen in Uni-Nähe leisten zu können, und konkurrieren mit jungen Familien. Fischer will ab Februar alle Hochschulstandorte im Land bereisen, sich dort mit Stadtvertretern, Interessenten und Hochschulen zusammensetzen, um die Möglichkeiten auszuloten, wie der Wohnungsmarkt für Studierende entlastet werden könnte: „Schleswig-Holstein hat in puncto studentische Wohnungen im Verhältnis zu anderen Bundesländern Nachholbedarf. Das wollen wir offensiv angehen. Ich setze auf den konstruktiven Dialog mit den Hochschulstädten. Auch sie stehen in der Pflicht.“ So sollte man darüber nachdenken, den ÖPNV besser auf studentische Mobilität abzustimmen, um etwa Stadtteile wie Gaarden anzubinden.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Studenten in Kiel
Foto: Am Wohnungsmarkt-Brett vor der Mensa I der Christian-Albrechts-Universität hängen nur wenige Angebote.

Abi in der Tasche, Studienplatz gefunden und jetzt auf der Suche nach einer günstigen Wohnung: Wie jedes Jahr taucht für Studienanfänger kurz vor dem Start des Wintersemesters ein Riesenproblem auf, wenn es darum geht, eine Unterkunft zu finden. Die Lage ist – wie bereits im Vorjahr – kritisch.

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