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Wohnungssuche wird zum Hürdenlauf

Studenten in Kiel Wohnungssuche wird zum Hürdenlauf

Abi in der Tasche, Studienplatz gefunden und jetzt auf der Suche nach einer günstigen Wohnung: Wie jedes Jahr taucht für Studienanfänger kurz vor dem Start des Wintersemesters ein Riesenproblem auf, wenn es darum geht, eine Unterkunft zu finden. Die Lage ist – wie bereits im Vorjahr – kritisch.

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Am Wohnungsmarkt-Brett vor der Mensa I der Christian-Albrechts-Universität hängen nur wenige Angebote.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Landesweit stehen bereits fast 1500 Bewerber, davon allein 625 in Kiel, auf der Warteliste des Studentenwerks für einen Wohnheimplatz. Kieler Uni (CAU), Studentenwerk und der Asta (Allgemeiner Studierenden-Ausschuss) appellieren eindringlich an Vermieter, freien Wohnraum zu melden.

 Zwar weiß die Universität immer noch nicht die genaue Zahl derjenigen, die sich zum ersten Mal bei ihr einschreiben. Doch sie erwartet wieder mindestens 5000 Neue, so dass die Marke von insgesamt 25.000 Studierenden abermals geknackt wird. Die Fachhochschule meldet etwa 1300 Studienanfänger. Neben der Freude über den attraktiven Studienstandort Kiel macht sich bei den Verantwortlichen von Studentenwerk Schleswig-Holstein, Asta und CAU allerdings die Sorge breit, dass viele Neuankömmlinge zur Erstsemesterbegrüßung am 19. Oktober ohne ein Dach über dem Kopf dastehen könnten. Der Mangel an günstigem Wohnraum betrifft dabei insbesondere das Kieler Westufer.

 „Jedes Zimmer wird gebraucht“, appelliert CAU-Vizepräsidentin Prof. Anja Pistor-Hatam eindringlich, Studierenden freien Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Die Aufgabe, internationale Gäste und geflüchtete Studierende unterzubringen, stellt derzeit das International Center (IC) der CAU vor logistische Schwierigkeiten. Ein Tutor sei momentan dauerhaft damit beschäftigt, ausländischen Studierenden Wohnraum zu vermitteln, erklärte das Center. „Wir suchen insbesondere befristete Angebote und möblierte Zimmer, da gerade Austauschstudierende oft eine Unterbringung für nur ein bis zwei Semester benötigen“, bittet IC-Mitarbeiter Jan Bensien um Unterstützung. „Die Schere zwischen der Zahl der Studierenden und dem vorhandenen Wohnheimangebot geht immer weiter auseinander“, bedauert Susann Schrader, Geschäftsführerin des Studentenwerks. Das hat bundesweit dazu geführt, dass die Versorgung mit studentischen Wohnplätzen unter zehn Prozent gerutscht ist, laut Studentenwerk der tiefste Wert seit 1991. In Schleswig-Holstein liegt sie sogar nur bei 6,62 Prozent.

 Vor dem Hintergrund der dauerhaft angespannten Lage erneuert der Asta der CAU seine Forderung, massiv in den Wohnheimbau zu investieren und die öffentliche Bauförderung zu stärken. Asta-Vorstand Paulina Spiess: ,,Uns ist es wichtig, dass Erstsemester eine gute, bezahlbare Unterkunft in Kiel finden. Sie sind ein wichtiger Teil des Kieler Lebens und tragen zur Entwicklung von Stadt und Region bei. Uns ist es genauso wichtig, dass der Wohnungsmarkt auch für internationale Studierende und Geflüchtete ausreichende Angebote bereit hält.“ Die Politik, fordert sie, müsse endlich aktiv werden, und verhindern, dass es zu einem Wettstreit um Wohnraum zwischen den verschiedenen Gruppen komme.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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Studenten in Kiel
Foto: Viele Angebote hängen nicht am Wohnungsmarkt-Brett vor der Mensa I der Kieler Uni, an der etwa 25 000 Menschen studieren. Regelmäßig kurz vor dem Start des Wintersemesters beginnt die schwierige Suche nach Wohnungen.

Alle Jahre wieder mehren sich die Klagen über studentische Wohnungsnot vor dem Wintersemester, später nimmt der Druck ab. Wissenschaftsstaatssekretär Rolf Fischer (SPD) spricht jedoch mit Blick auf die Unterbringung von Flüchtlingen und dem doppelten Abitur-Jahrgang von einer angespannten Lage.

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