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Sturz im Bus endet mit einem Vergleich

KVG Sturz im Bus endet mit einem Vergleich

550 Euro Schmerzensgeld hat ein Fahrgast von der Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG) erstritten, nachdem er bei der Notbremsung eines Busses gestürzt war. Ursprünglich hatte der dabei leicht verletzte Kläger 1300 Euro von der KVG gefordert.

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Nach dem zivilrechtlichen Vergleich erkennt die KVG mit der Bereitschaft zur Zahlung des Schmerzensgeldes kein Verschulden an.

Quelle: Arne Dedert/dpa

Kiel. In einem Zivilverfahren vor dem Kieler Amtsgericht einigten sich die Parteien dann auf einen Vergleich ( Az 118 C 27/15).

Im April 2014 war der Schwerbehinderte (61), der wegen einer Lungenerkrankung auf ein mobiles Sauerstoffgerät angewiesen ist, am Kieler Hauptbahnhof in den vollen Bus eingestiegen. Dem Fahrer zeigte er nach eigener Aussage seinen Schwerbehindertenausweis. Der will jedoch im Gedränge die Behinderung des Mannes mit der zweieinhalb Kilogramm schweren Sauerstoffflasche an der Schulter nicht wahrgenommen haben.

Während der anfahrende Bus auf dem Sophienblatt in Richtung Andreas-Gayk-Straße zügig beschleunigte, kreuzte allerdings ein Radfahrer die Fahrbahn. Der Busfahrer reagierte mit einer Vollbremsung. Der zu 90 Prozent Schwerbehinderte, der noch keinen Sitzplatz gefunden hatte, verlor dabei den Halt und stürzte im Bus. Ein Arzt attestierte ihm ein Halswirbelsäulen-Syndrom. Erst vier Wochen danach seien die Schmerzen abgeklungen, sagte der Kläger vor Gericht.

Seinen Vorwurf, die KVG stelle in ihren Bussen keine gesondert ausgewiesenen Sitzplätze für Schwerbehinderte mehr zur Verfügung, wies der Rechtsanwalt des Unternehmens zurück. Laut eigener Webseite hält die KVG in ihren Fahrzeugen bis zu zehn Plätze mit dem Piktogramm „mobilitätseingeschränkte Person“ bereit.

Ein Anspruch darauf hätten Schwerbehinderte jedoch nur, wenn sonst kein freier Platz zur Verfügung stehe. In diesem Fall sollten Betroffene den Sitzenden ansprechen und auf die eigene Behinderung verweisen. Reiche das Vorzeigen des Ausweises nicht aus, möge man sich an das Fahrpersonal wenden.

Nach dem zivilrechtlichen Vergleich erkennt die KVG mit der Bereitschaft zur Zahlung des Schmerzensgeldes kein Verschulden an. Wie der Kläger gestern auf Nachfrage mitteilte, wurde der vom Richter vorgeschlagene Betrag bereits überwiesen.

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