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Mit Klimaschutz auf Erfolgskurs

Symposium CAU Kiel Mit Klimaschutz auf Erfolgskurs

Fenster zu? Licht aus? Computer heruntergefahren? Eigentlich Kleinigkeiten. Doch wenn Hunderte Computer über Nacht laufen, summiert sich der Stromverbrauch. Mit dem Klima Konzept 2030, kurz klik genannt, hält die Kieler Universität dagegen.

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Norbert Kopytziok leitet seit fünf Jahren an der CAU das Umweltmanagement.

Quelle: Michael Kaniecki

Kiel. Jetzt feiert klik mit einem Symposium „So geht Klimaschutz heute“ den fünften Geburtstag und kann auf große Erfolge in der Ökobilanz wie auch bei den Finanzen verweisen: Allein im vergangenen Jahr hat die Hochschule 2,5 Millionen Kilowattstunden Strom weniger verbraucht als 2014 und damit eine Million Euro eingespart.

Vorreiterrolle im Land

Das CAU-Präsidium reagierte unterstützt von studentischem Engagement 2011, indem es eine Abteilung für Umweltmanagement eröffnete und klik startete. Wie groß der Handlungsbedarf für eine durchdachte Klimaschutz-Strategie an der Uni mit ihren 25000 Studierenden war, zeigte allein der Blick in die Energiestatistiken: Seit 2000 war der Strombedarf innerhalb von elf Jahren um etwa 25 Prozent angestiegen. Mit Aktionen wie dem Nachhaltigkeitstag, Veranstaltungen, ihrer Präsenz bei den Fahrradtagen des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (Asta) und Energiesparberatungen macht klik seitdem auf sich aufmerksam. Umweltmanager Dr. Norbert Kopytziok von klik zollt Studierenden und Mitarbeitern dabei ein großes Lob: Noch nie habe er eine so große ehrliche Bereitschaft erlebt, beim Klima-Konzept mitzuhelfen.

Als er vor fünf Jahren von Berlin nach Kiel wechselte, begann er mit einer Bestandsanalyse – immer im Vergleich mit anderen Hochschulen oder Forschungseinrichtungen. Bei der Abfallentsorgung schnitt die Universität danach gut ab, das Gleiche galt für den Wärmeverbrauch. Negativer Spitzenreiter war jedoch der Stromverbrauch, der gewaltig auf die CO-2-Bilanz drückte. Dabei hat sich die CAU das ehrgeizige Ziel verordnet, 2030 klimaneutral zu sein. Das könne sie schaffen, glaubt der Umweltforscher, zumindest, wenn der jetzige Trend zur Einsparung anhalte und ein kleiner Teil Ausgleichsmaßnahmen akzeptiert werde: Die Kieler Universität habe damit eine Vorreiterrolle in Schleswig-Holstein eingenommen.

Wöchentlich 500 Euro sparen

Jedes Gebäude schaute sich Norbert Kopytziok genau auf den Wärme- und Stromverbrauch hin an. Dabei kam heraus, dass das Rechenzentrum wie die Universitätsbibliothek mindestens doppelt so viel Strom schluckten wie ähnliche Einrichtungen. Im Rahmen eines Testes fand man eine Lösung, um etwa beim Rechenzentrum Energie einzusparen: Wurden die Superrechner durch eine teure Klimatisierung des gesamten Raumes heruntergekühlt, haben sie eigene günstigere Kühlboxen (Racks). Im Botanischen Garten brachte es schon viel, dass die Dichtungen von Türen und Fenstern an etlichen Gebäuden ausgetauscht wurden. Allein die Nachtabschaltung der Laborbelüftung führte nach Angaben des Umweltforschers dazu, den Strombedarf um 20 Prozent zu drosseln und so wöchentlich 500 Euro zu sparen.

Auf einer Plattform hat zudem jeder Hochschulangehörige die Möglichkeit, Vorschläge zu machen, wie man Energie einsparen kann. Ein konkretes Beispiel: Im Foyer des Hochhauses leuchteten ein elektronisches Poster und acht Info-Terminals ohne Unterbrechung rund um die Uhr. Jetzt steuert ein Zeitschalter am Poster an Werktagen den Verbrauch. Die Zahl der wenig genutzten Terminals wurde auf drei reduziert.

Das Umweltmanagement folgt dabei der Öko-Audit-Verordnung (EMAS), das ein sytematisches Vorgehen verlangt. Alle Verbesserungsvorschläge werden erst nach ökologischen wie wirtschaftlichen Kriterien bewertet, bevor Maßnahmen umgesetzt werden.

Dass dabei auch Kleinigkeiten wie zum Feierabend das Licht auszuschalten oder die Rechner herunterzufahren, sich in barer Münze auszahlen, wenn sie konsequent umgesetzt werden, lässt sich an Zahlen ablesen. Von 2014 gelang es zum ersten Mal nach zehn Jahren, den Stromverbrauch um fünf Prozent, 2015 um weitere acht Prozent zu senken. „Ein enormer ökologischer Erfolg, aber auch der Beweis dafür, dass Energiesparen ökonomisch sinnvoll ist“, hält Universitäts-Kanzler Frank Eisoldt als klik-Verantwortlicher fest.

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH

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