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Die „Brunswiker“ lebt

Szeniger Stadtteil Die „Brunswiker“ lebt

Den Mittelpunkt des Treibens im Kieler Stadtteil Brunswik bildet seit Jahren die Holtenauer Straße mit seinen zahlreichen Geschäften und Restaurants. Doch eine Straße, die lange ein Schattendasein führte, entwickelt das Potenzial zum nächsten Treffpunkt im Zentrum der Landeshauptstadt: die „Brunswiker“.

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Junes Pirmus, Besitzer des Cafés „Brunswik“, glaubt, dass die Straße in ein paar Jahren noch beliebter werden wird.

Quelle: Frank Peter

Brunswik. Einen Steinwurf vom Stadt- und Nachtschwärmerzentrum entfernt sorgen verschiedene Cafés und Restaurants für neuen Schwung. Wir haben drei von ihnen besucht.

Phollkomplex

 Philipp Läufer hat die Entwicklung vor Augen. Der 36-Jährige betreibt das Café Phollkomplex in der Brunswiker Straße nun im siebten Jahr. „Zu Beginn war es hier relativ tot“, sagt er zur damaligen Situation. Dennoch wählte er den Standort bewusst aus, auch wenn ihm der eine oder andere Freund abriet. Der gelernte Möbelbauer stürzte sich in die Gastronomie. Entwickelt hat sich ein Café im Stil einer Bar, in der sich Gäste „vom Kind bis zum Greis“ treffen, wie Läufer sagt. Seine Leidenschaft zum Handwerk zeigt sich in der Einrichtung. Eine alte Wäschetrommel, aus der zuvor hier ansässigen Wäscherei, gestaltete er zum Beispiel zur Tischlampe um. Stühle und Sofas sind zusammengewürfelt und werden auch mal ganz neu angeordnet. „Wir haben keine „Corporate Identity“. Das macht uns auch aus“, so Läufer. Die Mitbewerber in der Straße sieht Läufer nicht als Konkurrenz. „Wenn es bei mir voll ist, sage ich den Leuten, sie sollen doch nebenan in die Tapas-Bar gehen. Wir befruchten uns doch hier gegenseitig“, meint er.

Brunswik

 Auf der anderen Straßenseite hat Junes Pirmus (42) im März des vergangenen Jahres das „Brunswik“ eröffnet. Auch er sah von Beginn an Potenzial in der Straße. „Vor vier, fünf Jahren bin ich hier durchgefahren und habe gleich gedacht: Das ist der perfekte Ort für ein Café, Restaurant oder eine Bar.“ Ein Konzept hatte er schon lange in der Schublade. „Bei uns wird alles frisch zubereitet. Wir haben auch keine feste Speisekarte. Je nach Saison wechseln wir unsere Gerichte“, so Pirmus, der sein Geschäft nach dem Motto „Komme als Gast, gehe als Freund“ führt.

 Eine Konkurrenzsituation aufgrund des steigenden Angebots sieht auch er nicht: „Philipp von gegenüber ist ein guter Freund geworden. Zu unserer Eröffnung kamen viele Leute aus den anderen Restaurants und haben uns hier begrüßt. Das ist wirklich ein Miteinander.“ Pirmus ist sich sicher: „In ein paar Jahren wird es in der Straße noch mehr brummen.“

Banmaai

 Das neueste Zugpferd der Brunswiker ist das „Banmaai“, übersetzt „Holzhaus“. Der 29-jährige Amin Bhinder eröffnete gemeinsam mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Parminder am 1. Juli das thailändische Restaurant. Das Geschäft läuft bestens. Zuvor wechselten hier häufig die Betreiber. „Für uns war es von Vorteil, dass der Standort lange in Vergessenheit geraten war. So konnten wir einen ganz neuen Start hinlegen“, so Bhinder.

 Die Gastronomie kennen die Brüder bereits aus ihrer Kindheit. „Unsere Eltern haben ein Restaurant, in dem wir groß geworden sind“, sagt der ältere Bhinder. Neben dem Essen ist er besonders stolz auf die gemütliche Inneneinrichtung im Restaurant, für die er fast ausschließlich mit Kieler Firmen zusammenarbeitete. Um die kleinen Details kümmerte sich der Restaurant-Chef auf einer Thailand-Reise zwei Monate vor der Eröffnung. Für den Sommer plant er den Bau einer großen Terrasse. Das vielfältige Angebot in der Straße sieht Bhinder ebenfalls nicht als Konkurrenz, sondern als Bereicherung. „Kiel als Stadt braucht so ein Angebot. Und die Brunswiker Straße eignet sich dafür besonders“, sagt Bhinder und glaubt auch, dass die Entwicklung der Straße noch längst nicht am Ende ist.

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