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Angst vorm Bohrer muss nicht sein

Tag der Zahnschmerzen Angst vorm Bohrer muss nicht sein

Alle halbe Jahr flattert eine Postkarte ins Haus, kommt eine Erinnerungs-SMS oder ein Anruf. Absender: die Zahnarztpraxis des Vertrauens. Viele bekommen schon ein flaues Gefühl in der Magengegend, wenn sie an den Kontroll-Termin denken. Noch größer wird die Angst vorm Zahnarzt, wenn wirklich etwas wehtut. Am Dienstag ist Tag er Zahnschmerzen.

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Bernd (links) und Juliane Einfalt verfügen über Zahnarzterfahrung aus zwei Generationen. Schmerzen bei der Behandlung seien heute vermeidbar, sagen sie.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Ein Tag, der schon beim Lesen wehtut. Und einer, der vor dem Schmerz bewahren und über die Ursachen von Zahnschmerzen informieren soll, um sie zu vermeiden.

Dr. Juliane Einfalt (39), die gemeinsam mit ihrem Vater Bernd (67) eine Zahnarztpraxis in Kiel betreibt, sagt: „Es kommen mehr Menschen regelmäßig zur Prophylaxe. Bei anderen sind dafür umso mehr Zähne geschädigt.“ Wer Angst vor dem Zahnarzt habe, ignoriere den Mundraum oft komplett. „Angstpatienten nehmen lieber Schmerztabletten, als zu uns zu kommen.“ Dabei sei inzwischen fast immer eine weitgehend schmerzfreie Behandlung möglich. „Auch entzündete Zähne können wir inzwischen betäuben“, sagt Einfalt. Bei Angstpatienten aus Prinzip zur Narkose zu greifen, sei jedoch keine Therapie. Wichtiger sei, dass sie ihre Angst durch positive Erfahrungen ablegen. „Das schaffen nur wenige, aber die werden oft unsere besten Prophylaxepatienten.“

Vertrauen ist entscheidend

Die Gründe für die Angst vor dem Zahnarzt seien schmerzhafte Erfahrungen, manchmal auch traumatische Erlebnisse in anderen Bereichen bis hin zu Missbrauch. „Der Mund ist ein Intimraum. Es ist deshalb wichtig, dass der Patient dem Arzt voll und ganz vertraut“, sagt Juliane Einfalt. „Die meisten wollen wissen, was gerade in ihrem Mund passiert und was die Geräusche macht, die sich meist gruseliger anhören, als es ist“, ergänzt Bernd Einfalt, der seit 1992 eine eigene Praxis hat. Seit seinen Berufsanfängen in den 70er-Jahren habe sich die Zahnmedizin im Grundsatz verändert. „Damals waren wir Schmerzbeseitiger und Reparateure“, erinnert er sich. „Außerdem gab es einen Prothetik-Boom. Die Krankenkassen trugen fast die gesamten Kosten für Zahnersatz, und der Goldpreis war niedrig.“ Doch wenn der Biss mit den Prothesen nicht stimmte, kam es bei den Patienten zu Kiefergelenkschäden, Muskelverspannungen und Kopfschmerzen. „Wir haben damals hauptsächlich repariert, was wir vorher verbockt haben“, sagt Einfalt.

In den 90er-Jahren habe die Vorsorge an Bedeutung gewonnen. „Und ab 2000 spielte auch die Ästhetik eine Rolle.“ Verblendschalen aus Keramik, sogenannte Veneers, kamen in Mode und können für Hollywood-Lächeln sorgen, aber auch leichte Fehlstellungen korrigieren und abgebrochene Zahnecken kaschieren. „Inzwischen verfolgen wir den Ansatz, Zahnschmerzen vorzubeugen“, sagt Bernd Einfalt. Auch würden sowohl Zahnärzte als auch Patienten mehr um den Erhalt der Zähne kämpfen. „Alles, was wir mal repariert haben, wird nicht mehr gesund, sondern nur funktionstüchtig“, sagt Einfalt. Die vorbeugenden Maßnahmen wirken. Immer seltener kommen Patienten mit Schmerzen oder solche, die Prothesen brauchen.

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