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Lauschige Tour durch die Museen

Tausende Besucher unterwegs Lauschige Tour durch die Museen

Auf die lauschige Tour lockte die 17. Kieler Museumsnacht am Freitag zigtausende Besucher in die 25 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen.

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Ein Tango in lauschiger Nacht, das ließen sich Astrid Hase und Bernd Hamborg zur Akkordeon-Musik von Jens-Peter Geuther nicht nehmen.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. „So schön, ein bisschen wie im Süden“, empfand eine Dame die Atmosphäre, als sie von der Kiellinie über die Förde blickte. Vom Tango auf der Museumsbrücke, Fischbrötchen am Aquarium Geomar bis zum klaren Blick von der Sternwarte aus: Viele Besucher pendelten zwischen dem Ost- und Westufer und genossen die 17. Kieler Museumsnacht auf lauschige Art. Rund 25000 Besuche zählte die Stadt Kiel.

25 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen beteiligten sich in diesem Jahr. Eine besonders lange Schlange bildete sich auf dem Weg hinauf zur Sternwarte der Fachhochschule Kiel. Und die sternenklare Nacht hielt ihr Versprechen: Sie erlaubte einen romantischen Blick auf das nächtliche Kiel und brachte das Weltall ganz nah. So viele Besucher, das beeindruckte auch Utz Schmidtko von der Sternwarte im niedersächsischen Sankt Andreasberg. „Hier kamen so viele Besucher, dass wir schon ganz heiser von den Erklärungen waren“, berichtete er. Susanne Jürgens und Jürgen Möller genossen nur kurz den Blick vom Plateau der Sternwarte aus, zu lang war ihnen die Schlange, um ins All zu sehen. Sie zeigten sich begeistert von der Museumsnacht. „Das Ofenmuseum war sehr sehenswert mit seinen Kachelöfen aus den Herrenhäusern“, fanden die beiden.

Wurden im Vorjahr noch insgesamt 33000 Besuche gezählt, waren es in diesem Jahr mit 25000 deutlich weniger. Mit jeweils rund 2000 Besuchen hatten das Zoologische Museum und die Kunsthalle diesmal die Nase vorn. Mehr Besuche als 2015 konnten die Sternwarte und das Atelierhaus verbuchen. Warum es in diesem Jahr aber insgesamt weniger Besuche gab, „dafür haben wir keine Erklärung. Wir hatten tolle Vorankündigungen in den Medien. Vielleicht liegt es an den Ferien oder das Wetter war einfach zu gut“, vermutete Mitorganisatorin Pia Behnke vom Kulturamt.

Für jeden Geschmack war etwas dabei: Im Maschinenmuseum Kiel-Wik war zu entdecken, wie ein Quecksilberdampfgleichrichter funktioniert und im Computermuseum digitale Dinosaurier. Kunstliebhaber hatten die Qual der Wahl: Die Stadtgalerie zeigte neben experimentellen Kurzfilmen eine Tanzperformance, in der Galerie Umtrieb gab es Werke in verschiedensten Techniken von der Bildhauerei bis zu Malerei zu sehen.

Besonders romantisch: Tausende Tütenlampen leuchteten im Schloßgarten, Anscharpark, Klostergarten und am Flandernbunker. Die schöne Nacht und dazu die Chansons von Akkordeonspieler Jens-Peter Geuther animierten Astrid Hase und Bernd Hamborg zu einen Tango auf der Museumsbrücke. „Diese Nacht ist einfach herrlich. Und wenn dann noch live musiziert wird, dann müssen wir einfach tanzen“, erklärten beide.

Als Hingucker entpuppten sich schließlich auch die indischen Schlammspringer, die im Aquarium von des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung zu sehen waren. „Sie gehören eigentlich nicht nach Kiel, sondern in die Mangroven. Und da dieser Lebensraum bedroht ist, wollten wir darauf aufmerksam machen“, erklärte Tierpfleger Ralf Traulsen. Auch auf den Grund der Förde konnte man in der Museumsnacht mit der Unterwasserkamera schauen und auf einem Bildschirm Dorsch, Miesmuscheln und Seesterne entdecken. Und weil so viel Wissenswertes hungrig macht, gab es dazu Fischbrötchen.

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