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Millionenschwere Investitionen geplant

Technische Fakultät Millionenschwere Investitionen geplant

In der Umsetzung hakt es noch, aber die Pläne sind klar. Nachdem seit geraumer Zeit der Grundsatzbeschluss steht, dass die Technische Fakultät in Gaarden bleiben wird, sollen am Standort erhebliche Investitionen getätigt werden. Nicht zuletzt soll die Energieversorgung eigenständiger und billiger werden.

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Weitgehend ungenutzt steht das Gebäude F auf dem Campus der Technischen Fakultät. Die vorgesehene Einrichtung von Laborräumen zieht sich hin.

Quelle: Martin Geist

Kiel. 165 Millionen Euro hat die Landesregierung über mehrere Jahre verteilt für den Hochschulbau bereitgestellt, davon sollen etwa zehn Millionen für die Technische Fakultät ausgegeben werden. Aus Sicht von Fakultätsgeschäftsführer Dr. Frank Paul ist das auch dringend notwendig. Schließlich habe sich über Jahre hinweg ein Investitionsstau aufgebaut, weil unklar war, ob die Fakultät in Gaarden bleibt oder aufs Westufer zieht.

 Den Ausschlag für den Standort Gaarden, den die Fakultät im Jahr 1992 bezogen hat, gaben zu einem guten Teil finanzielle Argumente. Auf 60 Millionen Euro wurden die Kosten für einen kompletten Neubau in der Nähe des Uni-Sitzes veranschlagt. Die nun für die Aufwertung an der Kaiserstraße vorgesehenen zehn Millionen nehmen sich dagegen geradezu wie ein Schnäppchen aus. Doch obwohl die Würfel schon 2011 fielen, stellt Paul fest: „Bisher ist leider relativ wenig passiert.“

 Die Pläne der Technischen Fakultät sehen dabei Investitionen vor, die sowohl den Gebäuden als auch der Wissenschaft dienlich sind. So steht das Gebäude F auf dem ehemals zur Werft gehörenden Gelände weitgehend leer und soll künftig dringend benötigte Laborräume für die Forschungsgruppe um die Elektrotechnikerin Prof. Martina Gerken beherbergen. Ein weiterer Kernpunkt ist die Energieversorgung. Der Technischen Fakultät steht ein Jahresbudget von 14 Millionen Euro zur Verfügung. Davon wendet sie elf Millionen für Personalkosten und weitere 1,2 Millionen für die Bewirtschaftung auf. Für die eigentliche Forschung bleiben gerade einmal 1,8 Millionen Euro. Pauls Schlussfolgerung: „Jeden Euro, den wir bei den Bewirtschaftungskosten sparen, können wir zusätzlich für die Forschung ausgeben.“

 Der Energie fällt dabei eine Schlüsselrolle zu: Seit dem Jahr 2000 haben sich die Ausgaben für Strom auf zuletzt 400000 Euro im Jahr vervierfacht. Ein Anstieg, der den Personalausgaben für sechs Wissenschaftlerstellen entspricht. Als „genial“ bezeichnet Paul unter diesem Aspekt die Idee, mit Photovoltaik für den eigenen Stromverbrauch gegenzusteuern und zugleich – in Verbindung mit einem ins Auge gefassten Kleinwindkraftwerk – neue Forschungsobjekte für die Wissenschaftler zu schaffen. Trotz anfänglicher Skepsis bewerteten dies am Ende auch die Experten des Planungsbüros IPP/ESN so. Schließlich verfügt das Gebäudeensemble über jede Menge Flachdächer, die praktisch das ganze Jahr über Licht und damit Strom einfangen können. Und darüber hinaus steht für die Anfangsinvestition ein Drittmittel-Etat zur Verfügung, den ein pensionierter Professor nicht aufgebraucht und der Fakultät zur freien Verfügung gestellt hat. All das macht die betriebswirtschaftliche Rechnung interessant.

 Grundsätzlich verbraucht die Fakultät den allergrößten Teil ihres Stroms zwischen 7 und 19 Uhr – also dann, wenn es hell ist. Die Spitze wird zwischen 10 und 11 Uhr erreicht. Weil sich der ganzjährige Tarif nach der Tagesspitze berechnet, bedeutet es bares Geld, wenn durch Photovoltaik genau diese Spitze gekappt werden kann. Zwei Cent weniger pro Kilowatt finanzieren schon eine zusätzliche Wissenschaftlerstelle. Anders ausgedrückt genügen wiederum schon zehn Quadratmeter Solarzellen, um den täglichen Strombedarf von fast zehn Computern zu decken.

 Wann diese Spareffekte zutage treten, steht aber einstweilen in den Sternen. Am Zug ist jetzt das für bauliche Angelegenheiten zuständige Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH), das sich unter anderem noch mit den brandschutztechnischen Seiten der Photovoltaik-Verkabelung beschäftigt. Fakultätsgeschäftsführer Paul hofft, dass er bald grünes Licht bekommt. Immerhin haben jüngst Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und auch einige Landespolitiker Unterstützung für die Pläne zugesagt.

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