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Super-Asphalt für bessere Luft

Theodor-Heuss-Ring Super-Asphalt für bessere Luft

Die Schadstoff-Belastung am Theodor-Heuss-Ring ist hoch. Das ist seit Langem bekannt. Jetzt will die Stadt mit einem speziellen Asphalt vor allem gegen die hohen Stickstoff-Emissionen vorgehen.

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Der Theodor-Heuss-Ring ist eine der am stärksten belasteten Straßen in Kiel. Im besonders stark frequentierten Bereich zwischen Lübscher Baum und Hamburger Chaussee
soll deshalb ein spezieller Feinstaub- und Stickstoff reduzierender Straßenbelag aufgebracht werden.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. „Wir haben uns am Theodor-Heuss-Ring für eine innovative Lösung entschieden, die die Interessen aller – Autofahrer wie Anwohner – bestmöglich berücksichtigt“, begründet Bürgermeister und Baudezernent Peter Todeskino die Entscheidung.

 In den Sommerferien wird die Asphaltdecke des Theodor-Heuss-Rings zwischen Lübscher Baum und Winterbeker Weg erneuert. Im Zuge dieser Arbeiten soll im besonders stark belasteten Bereich zwischen Lübscher Baum und Hamburger Chaussee ein spezieller Feinstaub- und Stickstoff reduzierender Straßenbelag aufgebracht werden. Rund 1,7 Millionen Euro soll die gesamte Maßnahme kosten, davon entfallen etwa 400.000 Euro auf die Asphaltierung des Spezialbelags. Nach Auskunft des Tiefbauamtes kostet er das Vierfache von konventionellem Asphalt. Für die Maßnahme am Theodor-Heuss-Ring entstehen dementsprechend Mehrkosten von 300.000 Euro.

 Der Theodor-Heuss-Ring ist eine der am stärksten belasteten Straßen in Kiel, der Stickoxid-Grenzwert wird hier täglich überschritten. Auf 40 Mikrogramm pro Kubikmeter ist er EU-weit festgelegt. Zwischen Lübscher Baum und Hamburger Chaussee liegt er an manchen Tagen bei 200 Mikrogramm pro Kubikmeter, im Jahresdurchschnitt liegt er bei 64 Mikrogramm, 24 Mikrogramm über dem Grenzwert. Es besteht also Handlungsbedarf.

 Ob der sogenannte Super-Asphalt allerdings zu einer Einhaltung des Grenzwertes an dem Verkehrsknotenpunkt führt, ist noch ungewiss. Denn bisher liegen kaum Erkenntnisse über die Wirksamkeit des Straßenbelags vor, da er erst seit wenigen Jahren auf dem Markt ist. Die Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) in Bergisch Gladbach hat in einer Pilotstudie untersucht, wie Titandioxid, das im Super-Asphalt die Stickoxide binden soll, wirkt. Dabei haben sie sich nicht nur auf Straßen beschränkt, sondern auch getestet, was die Beschichtung auf anderen Oberflächen bewirkt. Bisher konnte die Bundesanstalt nur die Ergebnisse an einer Lärmschutzwand an der A1 auswerten. Danach hat sich die Stickstoffdioxid-Belastung im einstelligen Prozentbereich reduziert.

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