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Kämpfer warnt vor Fahrverbot in Kiel

Theodor-Heuss-Ring Kämpfer warnt vor Fahrverbot in Kiel

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hat eindringlich davor gewarnt, mit einem Fahrverbot auf die andauernde Luftschadstoffbelastung am Theodor-Heuss-Ring zu reagieren. „Wir haben sonst ein ganz anderes Problem: Wenn die Lkw nicht mehr vom Schiff kommen, nehmen sie die Autobahn.“

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Hier stinkt es: Die Luftmessstation am Theodor-Heuss-Ring meldet konstant Schadstoffwerte, die über der zulässigen Grenze liegen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Dies würde zu einer wesentlich höheren Umweltbelastung führen. Kämpfer bedauerte vor dem Umwelt- und Agrarausschuss des Landtags, dass es durch die Klageankündigung der Deutschen Umwelthilfe bereits jetzt Nervosität in der Wirtschaft und bei den Pendlern gebe. „Das ist ein Problem für den Wirtschaftsstandort Kiel. Wir müssen uns am Riemen reißen, um andere Lösungen als ein Fahrverbot zu finden.“

Stadt denkt über Schutzwand nach

Gemeinsam mit Umweltstaatssekretär Tobias Goldschmidt verwies er erneut auf den Luftreinhalteplan, der im ersten Quartal des neuen Jahres veröffentlicht werden soll. Darin sollen Schritte präsentiert werden, mit deren Hilfe Kiel „in einem Ein-Zwei-Jahres-Horizont“ unter die Grenzwerte kommen will. Neben „äußeren Maßnahmen“, für die allein die Autoindustrie verantwortlich sei, gehe es dabei um zwei Ansätze: „Kann man Barrieren bauen oder entlüften?“ So erwägt die Stadt, „im Rahmen eines Feldversuches eine Immissionsschutzwand aufzustellen“, wie es in einer schriftlichen Stellungnahme heißt. Auch eine künstliche Entlüftung werde geprüft. Und zum anderen werde mit Modellen errechnet, welche Auswirkungen eine andere Streckenführung für ältere Dieselfahrzeuge (Euro V oder weniger) für die Schadstoffbelastung hätte. Kämpfer schätzt diese Ideen bislang als „unverhältnismäßig“ ein. „Was nützt es, wenn ich durch Ausweichverkehre dann das Achtfache an anderer Stelle an Stickoxiden hätte?“ Zur Redlichkeit gehöre aber auch, „dass es jenseits vom Fahrverbot kein Mittel gibt, das kurzfristig wirkt“.

Landstrom im Hafen ist ab 2018 geplant

Thema war auch die Luftbelastung, die durch den Schiffsverkehr in Kiel entsteht. „Für unser Problem am Theodor-Heuss-Ring sind die Schadstoffe im Hafen nicht relevant“, sagte Kämpfer. Strategie von Stadt und Seehafen sei es weiterhin, die Fähren ab 2018 mit Landstrom zu versorgen und Kreuzfahrer schrittweise auf Flüssiggas umzustellen. „Das ist für den innerstädtischen Bereich sehr wichtig.“

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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