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Kolumbiens U-Boote im Test

Thyssen Krupp Kolumbiens U-Boote im Test

Der U-Bootbau der Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) läuft auf Hochtouren. Gleich vier U-Boote absolvieren in diesen Tagen ihre Probefahrten. Das U-Boot „Rahav“ wird für die Übergabe an Israel erprobt, das U-Boot „U 36“ durchläuft notwendige Tests, und die kolumbianischen U-Boote „Intrepido“ und „Indomable“ unternehmen Touren im Hafenbecken Kiel.

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Die „Intrepido“ auf Testfahrt im Kieler Hafen. Das U-Boot war seit 2012 bei ThyssenKrupp Marine Systems für Kolumbien modernisiert worden. Es soll zukünftig in der Karibik und im Pazifik gegen Drogenschmuggler eingesetzt werden.

Quelle: Frank Behling

Kiel. Offizielle Informationen zu den Projekten gibt mit Verweis auf die strengen Exportvorgaben keine. Seit wenigen Tagen gibt es ein Comeback der U-Bootklasse 206. Die Geschichte der 18 Boote sollte eigentlich am 31. März 2011 mit der Außerdienststellung bei der Deutschen Marine beendet worden sein. Doch der Bedarf auf dem Markt war so groß, dass die Bundesregierung dem Verkauf von Booten des Typs zustimmte. Kolumbien bekam 2012 den Zuschlag und übernahm im August 2012 von der Marine die Boote „U23“ und „U 24“. Und TKMS erhielt den Auftrag, die 48 Meter langen und 500 Tonnen verdrängenden Boote für den Einsatz in Südamerika umzubauen. Das Auftragsvolumen und die Details des Umbaus sind geheim.

 Der Bundessicherheitsrat hat dem Export grünes Licht erteilt, da Kolumbiens Marine ein Partner der deutschen Marine ist. Kolumbien bekommt seit Jahrzehnten Ausrüstung für die Marine aus Kiel. Korvetten und Versorgungsschiffe und auch Munition wurden geliefert. Die beiden U-Boote „Intrepido“ und „Indomable“ waren einst für Ostsee und Nordsee gebaut. Wie alle 18 Boote der Klasse 206 Anfang verfügten sie nur über eine kleine Klimaanlage. Bei der jetzt erfolgten Umrüstung bei der Kieler Werft stand deshalb neben dem Einbau neuer Kommunikations- und Ortungstechnik ganz besonders die Aufrüstung der Klimaanlagen auf dem Programm, damit die 27 Besatzungsmitglieder an Bord auch in den tropischen Gewässern vor Kolumbien vernünftige Arbeitsbedingungen haben.

 Am 14. August absolvierte das U-Boot „Indomable“ im Kieler Hafen eine erste Testfahrt. Gestern wurde die „Intrepido“ getestet. Jetzt beginnt für beide Boote die Erprobung. Dabei wird Kolumbien auch durch die Bundeswehr unterstützt. Bei den Testfahrten in Norwegen soll ein Mehrzweckboot der Bundeswehr die U-Boote begleiten. Während „U 23“ und „U 24“ wieder in Fahrt kommen, werden die Schwesterboote „U 16“ und „U 18“ im Kieler Marinearsenal als Ersatzteilspender bereitgehalten.

 Die Überführung der U-Boote nach Kolumbien soll im Winterhalbjahr erfolgen. Das südamerikanische Land hat bereits seit Jahren zwei U-Boote der Klasse 209 von HDW im Dienst und will mit den beiden weiteren Booten seine Fähigkeiten bei der Bekämpfung des Drogenschmuggels erweitern. Da Luft- und Seeraum in der Karibik sowie im Pazifik überwacht werden, nutzen Drogenschmuggler seit Jahren immer häufiger kleine U-Boote, die in Dschungelwerften gebaut werden. Diese kleinen U-Boote sollen von den kolumbianischen U-Booten bereits beim Start aufgespürt werden.

 Künftig wird es solche Umbauaufträge nicht mehr geben. Die neuen U-Boote, die TKMS baut werden von Anfang an für den Einsatz in allen Klimazonen dieser Welt gebaut. Die Auslastung der U-Bootsparte der Kieler Werft durch Aufträge aus Israel, Ägypten und Singapur ist so hoch, dass die Wartung der U-Boote der Klasse 212A für die deutsche Marine unter freiem Himmel erfolgen muss.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Es läuft rund im Schiffbau – jedenfalls dort, wo Kreuzfahrt- und Kriegschiffe gebaut werden. Wegen voller Auftragsbücher will ThyssenKrupp jetzt 50 Millionen in den Ausbau seiner Kieler Werft investieren.

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