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Kieler U-Bootbauer setzen auf weiteren Milliardenauftrag

ThyssenKrupp Marine Systems Kieler U-Bootbauer setzen auf weiteren Milliardenauftrag

Nur wenige Wochen nach der erfolgreichen Bewerbung um einen Großauftrag aus Norwegen bereiten sich die Kieler U-Bootbauer auf einen weiteren internationalen Wettbewerb vor. Und wieder geht es um Milliarden.

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Indien verfügt bereits über U-Boote aus Kiel. Drei HDW-209-Boote liegen im Marinestützpunkt in Mumbai.

Quelle: Frank Behling

Kiel/Mumbai. Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit plant Indien die Ausschreibung von mindestens sechs neuen U-Booten. ThyssenKrupp Marine Systems in Kiel rechnet sich gute Chancen aus. Indiens Verteidigungsminister Manohar Parrikar hatte bereits im vergangenen November erklärt, dass die U-Bootflotte Indiens deutlich ausgebaut werden soll. In einem ersten Schritt geht es nun um sechs neue U-Boote unter dem Projekttitel „P75i“ mit einem Auftragsvolumen von rund sechs Milliarden Euro. Neben TKMS und dem Dauerrivalen DCNS aus Frankreich bewerben sich Werften aus Russland, Italien, Spanien und Schweden um den Auftrag.

 Die Kieler Werft pflegt bereits seit 40 Jahren Beziehungen zu Indien und hat dort eine eigene Struktur aufgebaut. Vier der aktuell 13 konventionellen indischen U-Boote gehören zum Typ HDW 209 und wurden zwischen 1982 und 1994 gebaut. Derzeit plant die indische Marine die Modernisierung dieser Boote. Der Auftrag mit einem Wert von 35 Millionen Euro soll an TKMS vergeben werden. Entsprechend optimistisch klingen die offiziellen Stimmen auch mit Blick auf den Milliarden-Auftrag. „ThyssenKrupp Marine Systems ist an dem Projekt interessiert und würde weiterhin die HDW-Klasse 214 anbieten, die sich hervorragend für eine breite Palette von Aufgaben eignet“, erklärte Werftsprecherin Frauke Riva auf Anfrage.

 Ähnlich wie bei dem Australien-Geschäft geht der eigentliche Auftrag an eine indische Werft, die sich dann einen strategischen Partner für den Bau im Ausland sucht. „Sollte es zu einer Auftragsvergabe an ThyssenKrupp Marine Systems kommen, würden aufgrund der Komplexität des Projekts eine Reihe von Abteilungen in Kiel mit Aufgaben rund um das Projekt betraut werden“, sagte eine Sprecherin der Werft. Konstruktion und auch die Fertigung von Sektionen würden in Kiel erfolgen.

 Auch bei diesem Auftrag ist der schärfste Konkurrent die französische Großwerft DCNS. Frankreich baut derzeit zusammen mit der Mazagon-Werft in Mumbai sechs U-Boote des Typs „Scorpene“. Das erste Boot ist die „Kalvari“, die in diesem Jahr in Mumbai in Dienst gestellt wird. Allerdings gab es bei dem Neubau erhebliche Verzögerungen, das Programm liegt Jahre hinter dem Zeitplan. Der Bau der „Kalvari“ von der Kiellegung am 1. April 2009 bis zur Probefahrt dauerte sieben Jahre.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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