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Bohrturm auf der ZOB-Baustelle

Tiefbau Bohrturm auf der ZOB-Baustelle

Ein gigantischer Bohrturm bearbeitet derzeit das Areal des ZOB in der Landeshauptstadt Kiel. Er soll die Grundlage für 200 Betonpfähle schaffen, auf denen der neue ZOB ruhen soll.

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Fast wie ein Wahrzeichen wirkt der 40 Meter hohe Bohrturm zur Gründung der Betonpfähle für den zukünftigen ZOB.

Quelle: eis: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Wie ein Wahrzeichen auf Zeit überragt derzeit ein rund 40 Meter hoher Bohrturm das benachbarte Atlantik-Hotel bei Weitem. Doch auf dem Areal des alten ZOB wird nicht nach Öl gebohrt. Die monströse Maschine schraubt mit der Kraft von mehr als 50 Tonnen Löcher in den Boden, die dann sofort mit Beton und einer kreisrunden Stahlarmierung verfüllt werden. Rund 200 solcher Stahlbetonpfeiler müssen in den nächsten beiden Monaten bis zu 35 Meter tief in den Boden, damit der neue ZOB stabil stehen kann.

 Doch bevor sich der Stahlbohrer in den Boden windet wie eine überdimensionale Schraube, muss René Wildfeuer erst einmal Maßarbeit verrichten. Mit einem Funkmessgerät schreitet der Vorarbeiter nach einem exakt vorgegebenen Koordinatensystem den Boden ab, um die Bohrpunkte zu orten. Maximale Toleranz dabei: 1,5 Zentimeter.

 Solche Präzision hat einen einleuchtenden Grund. Denn der Bohrer darf die bereits geschlagenen Löcher in der inzwischen wieder verschütteten Betonplatte des nur teilweise abgerissenen Bunkers aus dem Zweiten Weltkrieg auf keinen Fall verfehlen.

Beton als Füllmaterial

 Den Bunker komplett aus dem Boden zu reißen, hätte aber Aufwand und damit Kosten in die Höhe schnellen lassen. „Das stünde in keinem Verhältnis mehr zum Nutzen“, erklärt der Projektleiter im Tiefbauamt, Rainer Schönwetter, warum sich die Stadt nur zu einem Teilabriss entschloss. Der dabei zu Tage geförderte Beton des Bunkers wurde inzwischen schon geschreddert und als Füllmaterial der Baugrube wiederverwendet.

 Trotz ehemals massiver Bauweise kann die Bunkerruine allein aber genauso wenig als Fundament des neuen Bauwerks dienen wie die ebenfalls weiterhin im Boden ruhenden Beton-Stützpfeiler des alten ZOB. „Die sind im Laufe der Jahrzehnte so in der Erde festgewachsen, dass man sie nur mit riesigem Aufwand dort wieder herausreißen könnte“, erklärt Schönwetter.

 So müssen nun 200 neue Stahlbetonpfeiler mit einer theoretischen Gesamtlänge von etwa 6500 Metern für eine ausreichende Standfestigkeit des neuen ZOB sorgen, der nach seiner Fertigstellung Ende 2017 mit seinen sechs Parkdecks und einer Höhe von fast 23 Metern wesentlich schwerer auf den Fundamenten lasten wird als das Vorgängerbauwerk.

 Etwa vier bis fünf solcher Gründungen in den vergleichsweise weichen Boden schaffen die Mitarbeiter der Firma GKT Spezialtiefbau aus Hamburg pro Tag, die am vergangenen Donnerstag mit den Arbeiten begonnen haben. Eine sonst übliche Ramme kommt dabei ganz bewusst nicht zum Einsatz. „Denn die dabei auftretenden Erschütterungen bergen die große Gefahr, dass auf den Nachbargrundstücken Boden-Absackungen auftreten, die wiederum Risse in den Gebäuden erzeugen könnten“, begründet der Projektleiter den Einsatz des Spezialbohrers, der auch schon beim Bau des benachbarten Atlantik-Hotels verwendet wurde.

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Ein Artikel von
Jürgen Küppers
Lokalredaktion Kiel/SH

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