14 ° / 9 ° Regen

Navigation:
130 Katzen warten auf neues Zuhause

Tierheim Uhlenkrog 130 Katzen warten auf neues Zuhause

Die Veterinäraufsicht musste jüngst die Tierauffangstelle Neumünster aus baulichen, hygienischen und personellen Defiziten vorübergehend schließen. Daher kamen im August 31 Katzen ins Tierheim Uhlenkrog nach Kiel. Nun müssen über 100 Katzen vermittelt werden.

Voriger Artikel
B76 wird voll gesperrt
Nächster Artikel
„Wohnen für Hilfe“ überall in Kiel

Vorsichtige Annäherung: Langsam wächst das Vertrauen zwischen Tierpflegerin Jannika Pfister und einem kleinen Kätzchen aus Neumünster.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel/Neumünster. Der Leiterin des Tierheims, Elisabeth Haase, war eigentlich froh, dass die Zahl der zu vermittelnden Katzen gesunken war. Denn durch das „Pilotprojekt gegen Katzenelend in Schleswig-Holstein“ des Landes, der Kommunen, Tierschutzverbände, Tierärzteschaft und des Landesjagdverbandes konnten im Rahmen von drei Aktionen im Herbst 2014 sowie im Frühjahr und Herbst 2015 rund 7500 von geschätzt 75000 freilebenden Katzen in Schleswig-Holstein kastriert werden. „Wir haben in der Regel rund 840 Katzen im Jahr, die wir vorübergehend aufnehmen. Durch das Projekt lagen wir im vergangenem Jahr bei nur 690“, sagt sie.

 In diesem Jahr gab es keine Kastrationsaktion. Zwar stieg die Zahl der Katzen wieder, aber wegen des Projektes „haben wir noch nicht unsere Grenze erreicht und konnten die Katzen aus Neumünster aufnehmen. Im Normalfall wäre das nicht gegangen“, betont sie. Bis zum Jahresende gibt es einen Vertrag mit der Stadt Neumünster, die pro Katze rund 270 Euro bezahlt. Das beinhaltet neben den Kosten für die Unterkunft auch Tierarztkosten und eine Pauschale für das Futter.

 Dass 20 frisch gefangene und elf Katzen aus dem Fundbestand der Auffangstelle Neumünster kamen, irritiert Elisabeth Haase. Denn das Tierheim Kiel nimmt nicht nur Katzen aus der Landeshauptstadt auf, sondern auch aus insgesamt elf Umlandgemeinden. „Selbst aus dem ländlichen Bereich kommen nicht so viele“, erklärt sie. Unter den Katzen selbst gebe es viele Jungtiere, recht mager und mit Ohrmilben und Schnupfen, die nun aufgepäppelt werden. „Vielleicht wurde in Neumünster nicht so viel kastriert wie bei uns“, vermutet sie.

 Die ersten Katzen wurden bereits vermittelt oder sind in der Vermittlung. Doch dazu braucht es viel Informationen für die neuen Halter: „Denn so eine Katze wird um die 16 Jahre alt und da muss eine Anschaffung gut überlegt werden“, erklärt Haase. Bei Katzen wird zwischen Freiläufern, die viel draußen unterwegs sind, und Wohnungskatzen unterschieden. „Je nach Charakter können Katzen allein oder zu zweit gehalten werden.“ Genügend Bewegung, Zuneigung und Beschäftigung brauchen alle Stubentieger, denn „sonst randalieren sie, wenn sie sich langweilen“, weiß die Tierheimschefin. Und junge Katzen unter einem halben Jahr sollten immer bei Artgenossen sein, um Grenzen austesten zu können und das Sozialverhalten zu lernen. Vermittelt werden die Jungtiere im Alter ab zwölf Wochen.

 Wer sich informieren möchte, kann das während der Öffnungszeiten des Tierheims tun: montags, freitags und sonnabends von 10 bis 12 Uhr sowie täglich – außer mittwochs und sonntags – von 15 bis 18 Uhr. Außerdem ist den Katzen am Sonntag, 4. September, parallel zum Flohmarkt ein ganzer Tag im Tierheim gewidmet. Von 10 bis 16 Uhr dreht sich alles um Haltung, Beratung, Ernährung und Zubehör. Auch Erfolgsgeschichten von vermittelten Katzen werden vorgestellt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Kiel 2/3