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Kinder sind bei Verwandten untergekommen

Bluttat in Dietrichsdorf Kinder sind bei Verwandten untergekommen

Nach der tödlichen Messerattacke am Mittwoch vergangener Woche in Dietrichsdorf fand am Dienstag die Trauerfeier für die 34 Jahre alte Frau statt. Nach Angaben von Oberstaatsanwalt Michael Bimler sitzt der 40-jährige Tatverdächtige nach wie vor in Untersuchungshaft.

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In der Nähe der Toni-Jensen-Schule wurde am Mittwoch vergangener Woche eine 34-jährige Frau tödlich verletzt. Ihr 40-jähriger Ehemann wurde kurze Zeit später festgenommen.

Quelle: Martin Geist

Kiel. Der von ihr getrennt lebende Ehemann hatte seiner Frau in der Nähe der städtischen Kindertagesstätte am Wasserturm Schnittverletzungen am Hals zugefügt, denen sie noch am Tatort erlag. Drei Kinder stammen aus der Beziehung. Polizisten nahmen den Mann nach der Tat fest.

Der Leichnam der Frau soll in diesen Tagen in die Türkei überführt werden. Dort findet auch die Beerdigung statt. Die Beamten der Mordkommission ermitteln derzeit weiter und beleuchten das Umfeld des Beschuldigten. Unter Umständen wird der 40-Jährige noch psychiatrisch begutachtet, um seine Schuldfähigkeit festzustellen. „Wir warten das Ergebnis dieser Ermittlungen ab, bevor wir Anklage erheben“, sagte Bimler. Der 40-Jährige könnte wegen Mordes oder Totschlags angeklagt werden.

Kinder sind bei Verwandten untergekommen

Unterdessen wirbelt das Kieler Jugendamt. Nachdem zunächst eine Pflegefamilie für die drei Kinder gefunden wurde, sind sie inzwischen gemeinsam bei Verwandten untergebracht. Bei den Halbwaisen handelt es sich um zwei Jungen im Alter von fünf und 15 Jahren sowie um ein zehnjähriges Mädchen. 

Auch Stadträtin Renate Treutel bewegt das Schicksal der Kinder tief. „Es ist sehr schwer für sie, nach diesem schrecklichen Verbrechen wieder ein normales Leben zu führen“, sagte sie. „Wir tun alles dafür, die Kinder jetzt intensiv zu stützen und zu begleiten, damit sie die grausame Tat verarbeiten können. Mit den Spenden können wir ihnen später den Weg in einen Beruf erleichtern, damit sie auf eigenen Füßen stehen und ihr Leben selbst meistern können.“

Zurzeit wird parallel dazu eine Kundgebung für ein Leben ohne Gewalt geplant. An diesem Sonnabend, 25. März, 14 Uhr, will das Referat für Gleichstellung mit einem breiten Bündnis auf dem Asmus-Bremer-Platz zeigen, dass Gewalt gegen Frauen in dieser Stadt keinen Platz hat. Auch OB Ulf Kämpfer unterzeichnet den Aufruf. „Es soll deutlich werden, dass Gewalt nicht toleriert, sondern für ein gerechtes und respektvolles Miteinander eingestanden wird“, so Canan Canli, Sprecherin des Frauenbündnisses Kiel.

Das Spendenkonto wurde vom Verein „KN hilft“ in Zusammenarbeit mit der Stadt Kiel eingerichtet. Bis heute sind bereits 3490 Euro eingegangen. Das Geld für die Kinder soll für die Finanzierung der Ausbildung beziehungsweise des Übergangs zwischen Schule und Beruf genutzt werden.

Von Kristiane Backheuer und Günter Schellhase

Spendenaktion

Spendenkonto: KN hilft e.V., Förde Sparkasse, IBAN DE 05 2105 0170 1400 2620 00 Stichwort: „Dietrichsdorf“.

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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