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Freispruch für den Raser von Mettenhof

Tödlicher Unfall Freispruch für den Raser von Mettenhof

Mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit zwischen 88 und 99 km/h hatte der Angeklagte laut Urteil mit seinem Pkw einen Radfahrer am Skandinaviendamm erfasst. Der 49-jährige Familienvater starb noch an der Unfallstelle. Trotzdem wurde der Raser vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen.

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Überweg am Skandinaviendamm: Hier wurde der Radfahrer von einem Autofahrer erfasst und getötet. 

Quelle: Thomas Geyer

Kiel. Ein Zusammenstoß wäre auch möglich gewesen, wenn sich der Angeklagte vor anderthalb Jahren an die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h gehalten hätte. So begründete die Strafrichterin am Kieler Amtsgericht den Freispruch. Heute gilt an dem viel frequentierten Überweg am Mettenhofer Einkaufszentrum Tempo 30.

Doch wenige Tage vor Weihnachten 2015 war der Übergang trotz Bordsteinabsenkung und Unterbrechung des Mittelstreifens nicht als solcher gekennzeichnet. „Da hat jeder Gas gegeben“, weiß ein ortskundiger Augenzeuge. Dem angeklagten Transportunternehmer (46) kam im Prozess auch zugute, dass sich nicht mehr ermitteln ließ, mit welcher Geschwindigkeit der Radfahrer den Skandinaviendamm damals überquert hatte.

Laut verkehrstechnischem Gutachten hätte der getötete Ingenieur aus Kasachstan, der Frau und zwei Kinder hinterlässt, die Fahrbahn mit 10 km/h gerade noch unbeschadet überqueren können, bevor der stark beschleunigende Angeklagte nach seinem Ampelstart an der Vaasastraße in Richtung Innenstadt die Unfallstelle erreichte. Wäre der Radfahrer jedoch mit 9 km/h oder noch langsamer unterwegs gewesen, hätte der Pkw-Fahrer ihn möglicherweise auch bei Tempo 50 erfasst, so die Richterin.

Der Staatsanwalt hatte ein Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie eine sechsmonatige Führerscheinsperre gefordert. Er will Rechtsmittel gegen den Freispruch prüfen. Die Rechtsanwältin der Witwe schließt ein Zivilverfahren gegen den Angeklagten nicht aus. Die Hinterbliebenen des Opfers seien nach dem unerwarteten Freispruch „ziemlich betroffen“.

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