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Die Ausbildung hier ist erstklassig

Tonnenhof in Holtenau Die Ausbildung hier ist erstklassig

Wer auf den Tonnenhof in Holtenau kommt, sieht zuerst nur bunte Dinge. Gelbe, rote und grüne Leuchttonnen und Bojen bestimmen das Bild. Der Außenbetrieb des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Lübeck ist aber mehr als nur Werkstatt und Depot für Seezeichen.

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Die Reparatur von Leuchttonnen ist Teil der Ausbildung in der Lehrwerkstatt im Tonnenhof. In diesem Jahr wurde die Qualität von der Industrie- und Handelskammer bescheinigt.

Quelle: Frank Behling

Kiel. „Hier gibt es eine Vielzahl an Aktivitäten. Wir haben inzwischen auch den Zoll und den Lotsbetriebsverein hier bei uns mit auf dem Gelände“, sagt Amtsleiter Henning Dierken. Auf dem Gelände am stillgelegten Marinefliegerhorst werden auch junge Menschen ausgebildet.

Teil des Tonnenhofs ist nämlich seit Jahren die Ausbildungswerkstatt des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Lübecks. Elektroniker werden dort ausgebildet– und das mit Erfolg. „In diesem Jahr stellte die Werkstatt den Landesbesten bei den Elektronikern in der Fachrichtung Betriebstechnik“, sagt Dierken. Eine Urkunde der IHK bezeugt das. „Das ist eine Auszeichnung von großer Bedeutung für uns“, betont der Amtsleiter.

Zwölf Auszubildende gehen beim WSA zurzeit in die Lehre zum Elektroniker. „Unterteilt wird in die Fachrichtungen Betriebstechnik sowie Geräte und Systeme“, erklärt Ausbildungsleiter Thomas Jürgensen (52), der seit 19 Jahren beim Amt ist und heute den Nachwuchs als Meister betreut. Die Ausbildung erfolgt aber nicht nur in der Werkstatt. „Die jungen Leute fahren auch mit raus zu den Seezeichen“, berichtet der Meister. Der Bedarf an Elektronikern ist groß. „Alle, die bei uns eine Ausbildung machen, finden schnell eine Beschäftigung“, sagt Jürgensen. Einstellungsvoraussetzungen sind neben dem Haupt- oder Realschulabschluss mindestens eine gute Note in Mathematik. „Alles andere vermitteln wir hier“, sagt Jügensen.

Gegenwärtig läuft die Bewerbungsfrist für den Ausbildungsstart am 1. August 2017. Dennoch hält sich die Zahl der Bewerbungen in Grenzen. „Das liegt vielleicht auch daran, dass man sich beim Amt in Lübeck bewerben muss. Der Ausbildungsort ist aber Kiel. Das hält den einen oder anderen vielleicht ab“, vermutet Andreas Claasen, Leiter der Fachgruppe Nachrichtentechnik. Fünf Ausbildungsplätze hat das Amt ausgeschrieben. Neben den Elektronikern wird auch ein Azubi für den Beruf des Schiffsmechanikers gesucht. „Bei den Schiffsmechanikern haben wir aber keine Nachwuchsprobleme“, sagt Dierken.

Grundsätzlich punktet die Ausbildung mit dem Mix aus Theorie, Basisausbildung in der Werkstatt und den Einsätzen in der Praxis. „Unser Zuständigkeitsbereich ist in zwei Abschnitte eingeteilt. Von Kiel aus werden die Anlagen von Flensburg bis Fehmarn betreut“, erklärt Claasen. Zu dem Bereich gehören alle Leuchttürme und schwimmenden Seezeichen. Darunter auch die Großtonne „Fehmarnbelt“, die nach zwei Jahren der Überholung und Modernisierung in Holtenau jetzt wieder seeklar gemacht wird.

Was die Zukunft angeht, zeichnet sich für den Tonnenhof eine Lösung ab. Die Einrichtung bleibt in Holtenau und bekommt voraussichtlich 2020 mit der „Neuwerk“ auch ein größeres Schiff. Derzeit laufen die Gespräche über eine Verlagerung des Tonnenhofes um knapp einen Kilometer nach Norden zum Plüschowhafen.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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