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Gebäudereiniger-Nachwuchs lernt an Bord

Museumshafen Kiel Gebäudereiniger-Nachwuchs lernt an Bord

Alte Schiffe brauchen nicht nur Liebe, sondern vor allem viel Pflege. Wie der 110 Jahre alte Tonnenleger „Bussard“ im Museumshafen Kiel. An zwei Tagen wurde der Dampfer jetzt von 30 angehenden Gebäudereinigern des RBZ1 mit Spezialreinigern auf Hochglanz gebracht.

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Macht das Schiff klar: Die angehende Gebäudereinigerin Annika Behrendt.

Quelle: Karina Dreyer

Kiel. Seit fünf Jahren hilft der Reinigungsnachwuchs schon bei dem Traditionsschiff „Stadt Kiel“, zum zweiten Mal ist er nun bei der „Bussard“ im Einsatz. Von dieser Aktion ist Dr. Doris Tillmann, Leiterin des Schifffahrtsmuseum und zweite Vorsitzende des Bussards-Vereins, richtig begeistert. „Denn diese Objekte lassen sich nur durch gute und fachgerechte Pflege erhalten. Für uns ist ihr Einsatz großartig, wie ein Bonscher“, lobte sie die RBZ1-Schüler.

Und weil die sich zudem sehr gut in ihrem Fach auskennen, konnten die Auszubildenden bei einem bundesweiten Wettbewerb zur Nachhaltigkeit im Gebäudereiniger-Handwerk den zweiten Platz ergattern. „Wir mussten einen Fragenkatalog beantworten und Texte zur Nachhaltigkeit schreiben“, beschreibt Annika Behrendt. Dabei ging es zum Beispiel darum, wie man in einem Reinigungsbetrieb Energie sparen kann oder wie sorgfältig man Reinigungsmitteln dosiert, um die Umwelt zu schonen. „Wichtig ist auch, dass man die Reinigungsmittel nach Vorschrift entsorgt“, betonte Auszubildender Malte Jakobsen.

Nachhaltigkeit bei der Reinigung

In Sachen Nachhaltigkeit ist bei Reinigungsmittel viel passiert: „Glasreiniger zum Beispiel werden mittlerweile ganz ohne Chemie hergestellt, man nimmt dafür heute demineralisiertes Wasser“, erklärt Fachlehrer Uwe Steggewentz. Und noch ein kleiner Tipp für den eigenen Haushalt: „Man braucht kein warmes Wasser mehr für die Reinigungsmittel“, betont er. Das verschwende nur Energie, und die Mittel wirken auch ohne Wärme.

All das lernt man in der dreijährigen Ausbildung, zu der auch die Verkehrsmittelreinigung von beispielsweise Schiffen, Bussen und Flugzeugen gehört. Die „Bussard“ ist seit ihrer Außerdienststellung 1979 Teil der musealen Schiffsflotte und kann während der Sommermonate besichtigt werden. Dazu muss sie aber auch schön sauber sein. Und das braucht etwas Aufwand, Mikrofasertücher und mittelstarke Spezialreiniger. „Die Oberflächen sind mehr kontaminiert, weil das Schiff mit Kohle betrieben wird“, so Steggewentz. Und noch eine Besonderheit gibt es an Bord: „Es ist alles sehr eng, deswegen werden kleine Reinigungsmaschinen verwendet und man muss ein Auge auf die Arbeitssicherheit haben“, sagt er.

Für die Schüler ist die Reinigung des Schiffes ein Highlight und ein guter Einblick, was der Beruf alles zu bieten hat. „Als Gebäudereiniger findet man leicht einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz, da der Beruf ein schlechtes Image hat. Wer putzt schon gerne“, fragt der Gebäudereinigermeister. Der Beruf bietet gute Aufstiegschance. „80 Prozent der Auszubildenden werden Objektleiter oder Spezialisten wie Tatort- oder Fassadenreiniger“, erklärt Steggewentz. Ein Beispiel gab es in der jüngsten Vergangenheit: Nach einer Viruserkrankung an Bord eines Kreuzfahrtschiffes wie auf der „Aidavita“, „müssen die Kabinen und Busse besonders gereinigt werden“, beschreibt er. Übrigens sind nur 30 Prozent der Auszubildenden in diesem Fach Frauen. Dass sie es aber genauso gut können wie die Männer, dass zeigten sie mit viel Einsatz auf der „Bussard“.

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