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Kiel erlebt eine leichte Flaute

Tourismus Kiel erlebt eine leichte Flaute

Für Hotelinvestoren ist die Landeshauptstadt zurzeit ein begehrtes Pflaster: In den nächsten zweieinhalb Jahren sollen laut Kiel-Marketing-Geschäftsführer Uwe Wanger rund um die Förde fünf neue Häuser mit fast 800 Zimmern entstehen.

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Das ehemalige C&A-Gebäude am Berliner Platz: Allein hier sollen bis 2018 mehr als 230 Zimmer entstehen

Quelle: Frank Peter

Kiel. Vor diesem Hintergrund verwundert die Statistik über die Beherbergungen in den ersten vier Monaten dieses Jahres: Nach jahrelangem Wachstum waren die Übernachtungen in Kiel zwischen Januar und Mai um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurückgegangen. Noch im Jahr 2015 gab es einen Anstieg um 3,4 Prozent auf 674 980 Übernachtungen. Bis auf Kiel beherbergten alle kreisfreien Städte und Kreise im Land im ersten Quartal mehr Gäste als im Vorjahreszeitraum – im Schnitt gab es im Land 5,1 Prozent mehr Übernachtungen; bundesweit lag das Plus bei 5,3 Prozent. Was also steckt hinter dem Kieler Gästeschwund gegen den Trend?

Keine Trendwende

In keinem Fall eine Trendwende, sagt Kiel-Marketing-Geschäftsführer Uwe Wanger. „Wir sehen den leichten Rückgang nicht als Kennzeichen eines langfristigen Rückgangs, sondern als saisonale Schwankung, die durch eine Abnahme des Bettenangebots in Kiel verstärkt wurde.“ So gab es mit 45 Übernachtungsbetrieben in diesem Jahr drei weniger als 2015, davon hatten bis April nur 42 geöffnet. Dies führte dazu, dass insgesamt 3579 Betten in Kiel angeboten wurden – 70 weniger als im Vorjahr. Noch im Juli werde zudem das Hotel am Schwedenkai schließen. Das Haus mit 58 Betten wurde verkauft und soll abgerissen werden, um einem neuen Hotel Platz zu machen.

Die touristische Zukunft Kiels sieht Wanger dennoch positiv: „Im Grundsatz wächst die Branche in Kiel seit über zehn Jahren.“ Und so werde es auch kurzfristig weiter gehen: „Mai und Juni sind sehr gut gelaufen und auch die Vorbuchungslage bis zum Jahresende zeigt eine Steigerung zum Vorjahr, sodass wir trotz eines geringeren Bettangebots in Kiel nicht mit einen Rückgang der Gesamtübernachtungszahlen 2016 rechnen.“

Zuwächse in anderen Städten

Während man also in Kiel hoffend nach vorne schaut, blicken Touristiker andernorts bereits auf ein florierendes Geschäft zurück. Unter anderem gab es in den übrigen kreisfreien Städten Zuwächse – in Flensburg plus 12,4 Prozent, in Lübeck mit Travemünde plus 8,1 Prozent und in Neumünster plus 0,4 Prozent. Durchschnittlich blieben die Gäste in Kiel und Flensburg 1,9 Nächte, in Lübeck 2,4 Nächte und in Neumünster zwei Nächte. „Die Tourismusbranche befindet sich in ganz Schleswig-Holstein auf Wachstumskurs“, urteilt Marc Euler, Sprecher der Tourismusagentur Schleswig-Holstein. Die größten Zuwächse gebe es nach wie vor an der Ostsee, da die Erreichbarkeit für Kurzreisende aus Hamburg besser sei als für Orte an der Nordsee. Den besten Zulauf aber hätten laut Euler Ziele an Ost- und Nordsee mit Hotelneubauten, darunter Sankt Peter-Ording mit den neuen Häusern „Zweite Heimat“ und dem „Beach Motel“. Größter Gästemagnet sei das neue „Bayside“ in Scharbeutz.

Genau in dieser Hinsicht sieht Tourismusexperte Wanger auch das Potenzial für Kiel. Schon 2017, wenn voraussichtlich das Hotel Lindner am Bootshafen erste Gäste aufnimmt, werde mit dem steigenden Angebot auch die Nachfrage wieder zunehmen. Und mit den vier weiteren Hotels, die vermutlich bis 2018 in Kiel eröffnen, erwartet er dann, dass die Gästezahlen nochmals ansteigen.

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Ein Artikel von
Karen Schwenke
Lokalredaktion Kiel/SH

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