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Im Doppeldecker „oben ohne“ durch Kiel

Tourismus Im Doppeldecker „oben ohne“ durch Kiel

Sie sind Kult in London, Paris oder New York und nun auch in Kiel – die roten Doppeldeckerbusse, in denen man bei schönem Wetter unter freiem Himmel eine Stadtrundfahrt genießen kann. Wir haben eine der ersten Touren durch die Landeshauptstadt begleitet. 

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Einen Tag vor dem offiziellen Start testeten Pressegäste bei einer kurzen Sightseeing-Tour den roten Doppeldeckerbus, der ab sofort im Einsatz ist.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. „Gefühlt ein bisschen wie im Flieger“, bringt Stadtführer Christian Ertel den Gästen auf der Jungfernfahrt der neuen City-Sightseeing-Touren zuallererst die Sicherheitshinweise wie „bitte sitzen bleiben“ oder „nichts hinauswerfen“ nahe. Kiel präsentiert sich in der Zwischenzeit schon einmal in seinen Farben Sonnengelb und Fördeblau; die Sonnenbrille ist also Pflicht. Erst als das hohe Gefährt seinen geschützten Platz am Schwedenkai verlässt und auf die Kaistraße einbiegt, fegt der Wind den Fahrgästen in die Haare. Das kleine Kieler Abenteuer beginnt.

Das Sitzenbleiben empfiehlt sich wirklich, denn aus vier Metern Höhe hat man einen herrlichen 360-Grad-Panoramablick, bei Zuwiderhandlung dagegen drohen Kollisionen mit Ästen oder Gleichgewichtsprobleme in Kurven. Bequem in die Ecke des Fensterplatzes gekuschelt, wird die eineinhalbstündige Fahrt vorbei an den touristischen Highlights zwischen Hauptbahnhof und Holtenauer Leuchtturm nicht nur Touristen, sondern auch Einheimischen kaum langweilig. Wer wollte auf solcher Tour „oben ohne“ oder bei Regen unterm Faltdach nicht einmal erfahren, wo außer dem Rathausturm noch andere schöne Aussichtspunkte der Stadt wie die Aussichtsplattform am Ostseekai, der THW-Geheimtipp-Treff Toni’s Dachterrasse in der Hafenstraße oder die Schleusen-Plattform am Nord-Ostsee-Kanal (Eintritt im Busticket enthalten) versteckt sind.

Die Highlights der Strecke

Dass es genug Neugierige für ähnlich interessante Infos aus dem Munde der Stadtführer über das „schönste Justizministerium Deutschlands“ und das „einzige Landeshaus mit Wasserzugang“ oder für die exquisiten Kieler Wasser-Aussichten auf Förde, Kanal und Meer gibt, davon ist Uwe Wanger, Geschäftsführer von Kiel-Marketing und ebenso wie Vineta Partner der Betreiberfirma City Sightseeing Kiel GmbH, überzeugt: „Wir haben jährlich über zwei Millionen Übernachtungsgäste und weit über 18,7 Millionen Tagesgäste in der Stadt, hinzu kommen noch rund zwei Millionen Fähr- und Kreuzfahrtpassagiere. Das Potenzial für das neue Stadtrundfahrten-Angebot ist also mehr als vorhanden.“

„Das absolute Highlight ist der Blick von der Prinz-Heinrich-Brücke aus, den Sie so von keinem anderen Gefährt aus haben können“, schwärmt nun Stadtführer Ertel. „Sie können bis nach Holtenau oder zum Anscharpark sehen und haben das Gefühl, über allem schweben“, verspricht der Mann am Mikrofon, das er bilingual deutsch und englisch füttert. Parallel zu den Live-Kommentaren der Stadtführer sind weitere Übersetzungen in acht Sprachen von Spanisch bis Schwedisch per Audio-System geplant. Ähnlich variabel soll auch das Ein- und Aussteigen an sieben Haltepunkten sein. Das „Hop on – hop off“-System ermöglicht Fahrgästen, ihre Tour innerhalb von 24 Stunden individuell zu gestalten. „Achtung Kastanie“, warnt Ertel auf der Rückfahrt, Blätter wirbeln – nach all dem Blau ein letzter grüner Gruß aus Kiel.

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Ein Artikel von
Susanne Blechschmidt
Lokalredaktion Kiel/SH

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