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Große Trauer um das Musikhaus Keller

Traditionsgeschäft Große Trauer um das Musikhaus Keller

Das Musikhaus Keller gibt auf – und die Trauer in der Stadt ist groß. Unsere Berichterstattung über das Ende des Geschäfts in der Jahnstraße hat auch in den sozialen Netzwerken heftige Reaktionen und Debatten ausgelöst.

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Geschäftsaufgabe nach 38 Jahren: Günter Keller wird künftig nur noch als Musiklehrer und Gutachter arbeiten.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. „Echt schade! Habe dort Ende der 70-er meine erste Gitarre gekauft, war also von Anfang an dabei! Der Laden hat also mein ganzes Musikerleben begleitet!“, schreibt auf Facebook beispielsweise Stephan Weber und spricht damit vielen Lesern aus der Seele. „Von Euch hab’ ich all meine Instrumente. Das sind so viele Erinnerungen“, sagt Alexandra Gräf und beschreibt damit die Gefühle von vielen Kielerinnen und Kielern. Bedauert wird vor allem, dass „ein alteingesessenes, richtig gutes Musikhaus“, wie es Till von Herzberg nennt, verschwindet. Und auch Danny Benthien schwärmt von einem richtigen „Oldschool-Musikhaus mit unfassbar netten Mitarbeitern und einer Beratung, die man so kaum noch kennt“. Das Musikhaus Keller, das zuletzt unter dem Namen „La Musica“ angemeldet war, schließt Ende August seine Türen. Alle Versuche des 69-jährigen Inhabers Günter Keller, das Geschäft seinen Mitarbeitern zu übergeben, sind gescheitert.

 Neben der Trauer über die Nachricht hat sich an der Nachricht aber auch die Grundsatzdebatte über das Einkaufsverhalten in Deutschland neu entzündet. „All das Jammern nützt nichts. Man muss auch in diesen Geschäften einkaufen, wenn man sie erhalten möchte. Internet ist vielleicht manchmal günstiger und bequemer, macht aber den Spezialgeschäften das Licht aus“, argumentiert Antje Nett. Ähnlich die Reaktion von Michael Sörensen: „Das habt ihr nun davon ... Ihr Geizhälse und Sparfüchse ... Immer schön schick bei Amazon, Thomann oder Ebay einkaufen und sich dann drüber ärgern, dass die Einzelgeschäfte sterben.“ Andere, wie Nutzer Peter Fox, sehen die Kreditinstitute in der Verantwortung: „Schlimm, dass die Banken wieder nicht mitmachen, um den Mittelstand zu erhalten. So was ärgert mich maßlos.“

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Ein Artikel von
Kristian Blasel
Ressortleiter Lokalredaktion/Kiel

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Trauriger Schlussakkord
Foto: Wenn er „La Paloma“ spielt, liegen ihm die Frauenherzen zu Füßen: Günter Keller beherrscht die Tastatur des Lebens.

Das Musikhaus Keller in Kiel schließt Ende August seine Türen. 38 Jahre lang war der Musikalienhandel, der zuletzt unter La Musica angemeldet war, in ganz Schleswig-Holstein eine Institution. Es gibt kaum einen Musiker, der hier nicht eingekauft hat.

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