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Markthalle kann geschlossen werden

Transitflüchtlinge Markthalle kann geschlossen werden

Ab 11. Januar werden Transitflüchtlinge in Kiel nicht mehr in der Markthalle am Bootshafen, sondern in der Jugendherberge übernachten. Der Grund ist nach Auskunft von Sozialdezernent Gerwin Stöcken die geringe Zahl der Transitflüchtlinge.

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Die Flüchtlinge konnten die Markthalle nutzen, um auf die Fährpassage mit der Stena-Fähre zu warten. Insgesamt gab es dort bis zu 350 Übernachtungsmöglichkeiten.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Bereits Mitte November hat Schweden die Ausweispflicht für Transitflüchtlinge eingeführt, die mit der Fähre ins Land kommen. Seither sind die Zahlen der Transitflüchtlinge in Kiel kontinuierlich zurückgegangen. An diesem Trend hat sich auch nichts geändert, als Dänemark kürzlich Grenzkontrollen eingeführt hat: Seit Tagen sind es weniger als zehn Personen, die das Kieler Notquartier in der Markthalle nutzen, um auf die Fährpassage mit der Stena zu warten. „In dieser Situation macht es keinen Sinn, länger die gesamte Infrastruktur der Markthalle mit Übernachtungsmöglichkeiten für bis zu 350 Menschen aufrechtzuerhalten“, sagt Sozialdezernent Stöcken. In Absprache mit allen Beteiligten werde die Markthalle deshalb geschlossen und ab kommenden Montag Transitflüchtlingen die Jugendherberge als Übernachtungsmöglichkeit angeboten.

 Dort stehen drei Räume bereit: Einer für allein reisende Männer, einer für Familien und einer in Reserve. Insgesamt können etwa 25 Personen aufgenommen und morgens und abends verpflegt werden. Die freiwilligen Helfer von „Kiel hilft Flüchtlingen“ (KWS) stehen weiter bereit, wenn Unterstützung notwendig ist. Berufsfeuerwehr und Dolmetscher werden zu festen Sprechzeiten vor Ort sein. KWS übernimmt die Sicherheit in der Jugendherberge und führt Buch über die Übernachtungsgäste.

 Auf eine Änderung müssen sich die Transitflüchtlinge allerdings einstellen: Die Jugendherberge schließt nachts um 1 Uhr. Wer später anreist, muss dann im Bahnhof warten. In der Regel dürfen Transitflüchtlinge bereits jetzt nur eine Nacht bleiben. Dies kann im Ausnahmefall verlängert werden, wenn die Flüchtlinge nachweislich auf ihre Ausweispapiere warten und diese in Kürze zu erwarten sind. Wer diese Auflagen nicht erfüllen kann, muss sich in einer Erstaufnahmeeinrichtung registrieren lassen. „Für den Fall, dass die Zahl der Transitflüchtlinge unerwartet doch wieder steigt, wird neu geplant“, erklärt Stöcken.

 Mitte September waren mehr als 100 Transitflüchtlinge nachts im Kieler Bahnhof gestrandet, versorgt nur von Privatleuten. Die Stadt hatte daraufhin den Ostseekai als Notquartier bereitgestellt und dann für einen symbolischen Euro die Markthalle am Bootshafen angemietet. Doch bereits am ersten Wochenende erwies sich diese als zu klein: Oberbürgermeister Ulf Kämpfer rief die Kieler auf, für eine Nacht Flüchtlinge aufzunehmen. Anschließend wurde das leerstehende C&A-Gebäude zusätzlich genutzt. In Höchstzeiten übernachteten 850 Menschen in den Notquartieren. Insgesamt haben Stadt, Organisationen und Freiwillige bisher für rund 7000 Transitflüchtlinge gesorgt – eine freiwillige Leistung als Zeichen der Humanität. Das C&A-Haus wird bereits seit Wochen nicht mehr genutzt und soll jetzt leer geräumt werden. Das Equipment in der Markthalle bleibt zumindest bis Ende Januar erhalten. So lange läuft der Mietvertrag für die Markthalle mit einer Stena-Tochtergesellschaft.stü

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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