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Trio vor Gericht: Polizist spricht von Profis

Autobrände in Kiel Trio vor Gericht: Polizist spricht von Profis

Brennende Autos, Einbrüche in Serie und ein verwüstetes Einfamilienhaus sollen auf das Konto von drei Angeklagten gehen. Vor Gericht sagen jetzt weitere Zeugen aus.

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Ein Trio muss sich in Kiel vor Gericht verantworten. Sie sollen in Kiel mehrere Autos angezündet haben.

Quelle: dpa

Kiel. Sie sollen in Kiel reihenweise Autos angezündet und ein Einfamilienhaus verwüstet haben, weil sie dort bei einem Einbruch nicht die erhoffte Beute fanden: In einem Prozess um schweren Bandendiebstahl und Brandstiftung hat ein Polizeibeamter am Donnerstag vor dem Kieler Landgericht von Profi-Einbrüchen gesprochen. Ihm gegenüber hatte sich der jüngere der beiden Angeklagten sofort nach seiner Festnahme im Januar offenbart. Er gestand auch Taten, die ihnen die Polizei nicht zuordnen konnte, sagte der Beamte. In dem seit Ende Juni laufenden Verfahren sind inzwischen alle drei Angeklagten weitgehend geständig.

Den 26 und 27 Jahre alten Männern sowie der mitangeklagten Ehefrau des 27-Jährigen kam die Polizei nur auf die Spur, weil ein Bekannter sie aus Wut verpfiffen haben soll. Für einen Versicherungsbetrug setzten die Angeklagten laut Staatsanwaltschaft sein Auto in Brand und ließen zur Verschleierung auch danebenstehende Fahrzeuge lichterloh brennen. Weil dabei aber auch das nicht versicherte Fahrzeug seines Schwiegersohnes in Flammen aufging und die Angeklagten den Schaden nicht ersetzen wollten, soll er der Polizei den entscheidenden Tipp gegeben haben.

Die Anklage legt dem einschlägig vorbestraften Trio zwischen Juni 2014 und Januar 2015 rund 40 Taten zur Last, darunter Einbrüche in eine Autowaschstraße und einen Kiosk in Laboe. Alle drei kennen sich seit langem. Bei ihnen fand der 26-Jährige nach seiner Haftentlassung Unterschlupf. Kurze Zeit später begann die Serie von Einbrüchen und Autobränden.

Unter Tränen schilderte eine Mutter von drei Kindern als Zeugin die Folgen des Autobrands. „Die wissen gar nicht, was sie mir und meinen Kindern angetan haben“, sagte sie. Wie auch andere Geschädigte hatte sie nur eine Haftpflicht, die nicht für den Schaden aufkam. Sie musste nach eigenen Angaben ihr Pferd verkaufen, um sich ein gebrauchtes Auto leisten zu können.

Ein Gemüsehändler vom Wochenmarkt, dessen Einfamilienhaus die Männer laut Anklage verwüsteten, hatte als Zeuge vor Gericht schon früher geklagt: „Man hat mir meinen Ruhestand kaputtgemacht.“ Zu dem herzkranken Mann waren die Männer laut Anklage mit Pistole, Kabelbinder und Plastiktüte angerückt, weil sie bei ihm Beute in Höhe von rund 200 000 Euro vermuteten. Als er nicht kam, brachen sie schließlich in sein Haus ein, fanden aber nichts. Dann rissen sie Wasserhähne heraus, traten ein WC-Becken aus der Verankerung und verschmierten Zimmer. Bis heute kann der Mann sein Elternhaus nicht bewohnen.

Das Verfahren soll am Freitag mit weiteren Zeugenvernehmungen fortgesetzt werden.

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