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Strategien gegen den Winterblues

Tristes Wetter Strategien gegen den Winterblues

Wolkenberge, Kälte, Regen – und fast täglich nur Grau in Grau. Da fällt es in der Regel schwer, den Alltag fit und gut gelaunt zu meistern. Winterblues heißt dieses Phänomen. Wer ihn loswerden will, muss selbst aktiv werden.

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Bunte Frühblüher wie die Tulpen von Blumenhändlerin Bao Souhkhaseum vertreiben das Grau und holen den Frühling in Wohnung oder Büro.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Sich in der dunklen Jahreszeit antriebslos und müde zu fühlen, muss nicht unbedingt zu einer Depression führen. Aber die Kieler Diplom-Psychologin Svenja Lüthge stellt in ihrer Praxis ab November einen Zuwachs an Niedergeschlagenen fest, die zu Depressionen neigen „Das liegt daran, dass die direkte Einstrahlung der Sonne auf Haut und Netzhaut fehlt. Durch Sonneneinstrahlung wird das Glückshormon Serotonin ausgeschüttet. Fehlt die Sonne, wird mehr Melatonin gebildet, das schläfrig macht“, erklärt sie. Was also tun, wenn die muntermachenden Strahlen tagelang hinter einer dicken Wolkendecke verborgen bleiben?

6 Tipps gegen Winter-Depression

Bewegung, wenn möglich an der frischen Luft: „Das muss nicht lange sein, ein strammer Marsch von einer Viertelstunde bewirkt auch schon, dass man sich fitter fühlt“, sagt Lüthge. „Auch wenn das Wetter schlecht ist.“ Diese Erfahrung hat auch Daniel Sandkuhl gemacht. Der Student fährt fast jeden Tag mit dem Rad zum Sport. „Damit ich besser lernen kann“, sagt er. Sein Tipp, um den inneren Schweinehund zu überwinden: „Ich verabrede mich mit Freunden zum Sport. Alleine fällt es viel schwerer.“

Wer Feuchtigkeit und Wind scheut, kann auch daheim eine Lichtdusche nehmen, vorausgesetzt er besitzt eine Tageslichtlampe . Die Geräte gibt es im Online-Versand ab ca. 60 Euro. An der Kieler Uniklinik werden professionelle Geräte für die stationäre Therapie von Depressionen eingesetzt. „Nicht wenige Patienten sind davon ganz begeistert“, sagt Prof. Robert Göder, stellvertretender Leiter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am UKSH. „Eine Tageslichtlampe für zu Hause sollte mindestens 3000 Lux haben. Dann muss man aber auch fast zwei Stunden davor sitzen, um einen Effekt zu erzielen.“ Bei Geräten mit 10000 Lux sei eine halbe Stunde ratsam. Im Zweifel rät auch Göder zum Spaziergang. „Auch an Wintertagen haben wir draußen Licht mit einer Stärke von 7000 Lux.“

Gesunde Ernährung: Vitamine sind wichtig. Obst und saisonales Gemüse bieten sich an für leichte Mahlzeiten. „In einem Apfel ist alles drin, was wir an einem Tag brauchen“, sagt Svenja Lüthge. Gemüsehändler Wolfram Baumert findet sogar: „Es gibt kein schlechtes Wetter“ und präsentiert einen bunten Korb regionaler Produkte, die gleichzeitig gesunde Vitaminspender sind: Rote Beete, Pastinaken, Kohl, Steckrüben, Porree und vieles mehr. „Man kann sich auch mal aus Obst- und Gemüseresten mit ein bisschen Wasser im Mixer einen Smoothie machen“, empfiehlt Svenja Lüthge. Vorsicht sei jedoch bei Kohlenhydraten geboten. „Zu viele davon, zum Beispiel in einem großen Teller Nudeln zum Mittagessen, machen auch schläfrig.“

Kleine Freuden: Frühblüher lassen die Vorfreude auf den Frühling steigen. Blumenhändlerin Bao Soukhaseum hat festgestellt: „Besonders an grauen Tagen kaufen die Leute Blumen.“ Die beliebtesten Farbtupfer für Wohnung und Büro seien momentan Tulpen. Aber auch Narzissen-Körbchen und Primeln würden viel gekauft. Auch Koffein hilft: Kaffee macht – zumindest vorübergehend – munter. Barista Björn Peters serviert ihn sogar mit Herzchen und zaubert seinen Kunden so ein Lächeln aufs Gesicht. Und wenn das noch nicht hilft, tut es vielleicht ein doppelter Espresso.

Farbe tragen: Der Frühling wird bunt in Sachen Mode. Das Gute daran: In den meisten Geschäften hängt schon die Frühjahrskollektion, mit der man Kleiderschrank und Alltag aufpeppen kann. Blau wird die Trendfarbe der nächsten Monate, verrät Beate Lorenz, Mitarbeiterin in einer Boutique.

Sonne tanken, wenn sie mal scheint: Sind doch mal ein paar Sonnenstunden dabei, rät Svenja Lüthge zum Sonnenbad. „Aber nicht gleich eine Sonnenbrille aufsetzen. Haut und Netzhaut sollten eine möglichst große Angriffsfläche bieten, denn je mehr Sonneneinstrahlung, desto mehr Serotonin wird ausgeschüttet.“

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